[Rezension] The Girl Who Fell Beneath the Sea von Axie Oh

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf The Girl Who Fell Beneath the Sea von Axie Oh aufmerksam geworden bin. Ich weiß nur noch, dass ich dieses wunderschöne Cover gesehen habe und mich direkt verliebt habe. Als ich dann herausgefunden habe, dass es eine feministische Neuerzählung eines koreanisches Märchens ist, wusste ich, dass ich das Buch lesen wollte. Ohne Weiteres über den Inhalt herauszufinden, habe ich mir das Buch bestellt.

Hinweis: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, also kann es sein, dass einige meiner Übersetzungen nicht mit der offiziellen Deutschen Übersetzung übereinstimmen.

Worum geht es in The Girl Who Fell Beneath the Sea?

Seit hundert Jahren wird Minas Heimat von zerstörerischen Stürmen heimgesucht, die von dem Gott des Meeres herbeigerufen werden. Um ihn zu beschwichtigen wird jedes Jahr eine Mädchen – eine Braut – für ihn gewählt und ins Meer geworfen, in der Hoffnung, dass sie seine wahre Braut ist und seinen Zorn versiegen lässt. Dieses Jahr wurde Shim Cheong gewählt – die Geliebte von Minas Bruder Joon. Doch anstatt Shim Cheong ins Meer zu werfen, stellen sich die beiden Liebenden dem Drachen, der sie abholen sollte, entgegen. Ein Todesurteil. Um ihren Bruder zu retten, verkündet Mina, dass sie die Braut des Gottes des Meeres werden wird und springt ins Meer.
So gelangt sie ins Geisterreich, doch nichts ist, wie sie es erwartet hat. Der Gott des Meeres schläft von Albträumen geplagt und als Mina versucht, ihn zu wecken, stellen sich ihr drei geheimnisvolle Gestalten entgegen, die ihre Verbindung – den roten Faden des Schicksals – zu dem Gott des Meeres kappen und ihre Seele stehlen.

Doch Mina ist entschlossen, den Gott des Meeres zu wecken und ihre Heimat von den Stürmen zu befreien. Selbst wenn das Schicksal andere Pläne für sie hat.

Eine (große) Runde Lob

Ich habe das in wenigen Stunden gelesen und war wirklich traurig, als es vorbei war. Nicht weil die Geschichte selbst traurig war, sondern weil ich gerne mehr gelesen hätte. Ein tolles Buch!

Die Welt war – weil ich mich mit koreanischen Gottheiten und fantastischen Wesen nicht auskenne – eine erfrischende Pause von der „typischen“ gritty-mitteleuropäischen Fantasy, die man sonst zu lesen bekommt.

Mina ist eine super Protagonistin. Sie schreckt nicht davor zurück, schwierige Entscheidungen zu treffen, sie ist mutig, entschlossen und sagt immer ihre Meinung. Ganz viel Liebe für sie.
Auch die anderen Figuren sind interessant und vielfältig und es gibt im Laufe der Geschichte viele Geheimnisse über sie aufzudecken. An einigen Stellen hätte ich mir zwar mehr Auftritte von den Nebenfiguren erhofft, weil ich sie einfach besser kennen lernen wollte, aber das ist auch nur ein kleines Ärgernis.

Erstaunlicherweise – hauptsächlich erstaunlich für mich, weil ich Romantik normalerweise nicht so gerne mag – hat der romantische Plot der Geschichte für mich gut funktioniert. Auch wenn ich mit dem ersten Satz, in dem der romantische Partner auftauchte, wusste, dass er der romantische Partner werden würde, war der Weg von anfänglicher Ablehnung über zögerliche Zusammenarbeit bis zum Verliebtsein, sehr glaubwürdig und schön zu verfolgen.

Und dieses Cover! Der Stil ist einfach schon überwältigend schön, aber nachdem man das Buch gelesen hat, erkennt man darauf so viele kleine Momente aus der Geschichte wieder. Ein echtes Highlight.

Die (kleinen) Schwächen

The Girl Who Fell Beneath the Sea ist nicht ohne Schwächen, die aber eher Details, die ich anders gelöst hätte, als Dealbreaker waren. Trotzdem möchte ich sie hier erwähnen.

Ich habe ein-zwei Kapitel gebraucht, um mich in den Stil von Axie Oh einzufinden. Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen und hält den Lesenden was Setting und Wissen über die fantastischen Wesen und Gottheiten angeht nicht an der Hand. Diese wenige Anleitung war für mich anfangs ein wenig schwierig.
Gleichzeitig wird die lesende Person wiederholt mittels kursiv gedruckter Sätze erinnert, was Figuren in einer vergangenen Szene gesagt haben, damit z.B. eine giftige Erwiderung noch mehr Biss bekommt. Der Fokus auf dem Wiederholen von Dialogen und gleichzeitig das Allein-lassen beim Worldbuilding, war für mich genau falsch herum.

Außerdem: Wenn man ein wenig Erfahrung mit romantischer Fantasy hat, dann ist die Geschichte relativ vorhersehbar. Das ist für mich aber ebenfalls kein Dealbreaker, weil die Erzählstimme und die Welt so schön sind. (Das Buch ist übrigens ein Paradebeispiel für hervorragendes Foreshadowing. Schon allein dafür lohnt es sich, das Buch zu lesen.)

Wem würde The Girl Who Fell Beneath the Sea gefallen?

The Girl Who Fell Beneath the Sea ist ein wunderschön erzähltes Märchen, das sich durch seine für mich unbekannte Welt hervorgehoben hat. Wenn dir ein märchenhafter Ton und (romantische) Fantasy im Allgemeinen gefallen, kann ich dir das Buch nur Wärmstens empfehlen.
Allerdings hätte ich mir das Buch insgesamt ein wenig länger gewünscht. Aber das ist keine wirkliche Kritik, sondern mehr ein Zeichen dafür, wie gut mir die Geschichte gefallen hat. Ich wollte nicht, dass es endet.


Hast du The Girl Who Fell Beneath the Sea gelesen? Wie hat es dir gefallen?

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2 Replies to “[Rezension] The Girl Who Fell Beneath the Sea von Axie Oh”

  1. schreibfaehe says:

    Ich habe das Buch nicht gelesen, aber deine Rezension spiegelt genau das wieder, was für mich ein typischer Erzähl-Stil von Mangas ist.
    Da wird man meistens mitten ins Geschehen geworfen und die Magie wird eigentlich nie richtig erklärt.
    Von deiner Rezension her habe ich Lust bekommen, diese Geschichte irgendwann zu lesen :3. Sie landet jetzt erstmal auf meinem SuB.
    Viele Grüße,
    Faehe

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    1. Sina Bennhardt says:

      Das freut mich 🙂
      Viel Spaß beim Lesen, wenn es so weit ist^^

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