[Rezension] Herzensdieb – Eine Crossover Anthologie von Emma N. (Hrsg.)

Ich versuche mich in letzter Zeit an das Romantik-Genre heranzutasten, das ich bisher beim Lesen oft vernachlässigt habe. Deswegen war ich sehr glücklich, als man mich gefragt hat, ob ich eine Anthologie mit dem Hauptgenre Romantik rezensieren wollte. Ich habe mir die Anthologie näher angesehen und war sofort interessiert. Die sekundären Genres Fantasy, Whodunnit, Heist und Steampunk versprachen eine spannende Mischung. Die Herausgeberin Emma N. (Twitter, Instagram, Facebook) war so lieb, mir ein eBook der Anthologie Herzensdieb kostenlos zur Verfügung zu stellen. Danke dafür!

Gesamteindruck von Herzensdieb

Herzensdieb enthält neun Geschichten von unterschiedlichen Autor*innen und ist ein relativ kurzes Buch. Mit meiner normalen (also der kleinsten) Anzeigegröße bei meinem eReader wurden mir 87 Seiten angezeigt. Das Taschenbuch hat original 228 Seiten. Es beginnt mit einem Vorwort der Herausgeberin und dann ein paar Worten über die Anthologie selbst. Ein schöner und interessanter Einstieg, besonders wenn man sich mit der Entstehung von Anthologien (und auch dem Selfpublishing) noch nicht auseinandergesetzt hat.

Dann kommen die Geschichten: Wie die Kürze des Buches vermuten lässt, sind die Geschichten jeweils nicht länger als zehn Seiten (in meinem eReader-Format!). Trotzdem sind sie wegen der sekundären Genres unglaublich abwechslungsreich in ihren Figuren und Thematik. Man bekommt ein Buffett von kurzen Heist-Geschichten, ein bisschen Mord, ein bisschen Steampunk und Fantasy. Kurzum: Es ist unmöglich, dass Langeweile aufkommt.
Allerdings hat mich die Romantik oft nicht überzeugen können – was aber zugegebenermaßen an meiner sowieso skeptischen Haltung gegenüber Romance liegen kann. Es ist einfach schwierig auf unter zehn Seiten neben z.T. überraschend komplexen Whodunnit-Geschichten auch noch eine überzeugende aufblühende Romanze zwischen zwei Figuren zu schreiben. Trotzdem hatte ich großen Spaß beim Lesen und habe mich in den sekundären Genres sehr wohl gefühlt.

Ein Wort zu der Genrewahl

Die Anthologie hat es sich mit seinen Genres nicht einfach gemacht. Genres wie Whodunnit und Heist, aber auch Fantasy und Steampunk sind für Kurzgeschichten unglaublich anspruchsvoll. Sie brauchen Zeit sich zu entfalten und benötigen oftmals viele Figuren, die angemessen vorgestellt werden wollen, damit sich für die Lesenden ausreichend Spannung aufbaut. Außerdem steht bei Fantasy und Steampunk oft das Worldbuilding im Vordergrund, das ebenfalls einiges an Zeit und Platz benötigt. Das Ganze dann auch noch mit Romance zu verbinden, macht die Aufgabe noch schwieriger.
Diese Kurzgeschichten waren allein genretechnisch eine wahnsinnige Herausforderung an die Schreibenden. Umso glücklicher war ich, dass die Schreibenden der Herausforderung gewachsen waren und tolle Geschichten abgeliefert haben.

Wem würde ich die Anthologie Herzensdieb empfehlen?

Herzensdieb ist eine kurzweilige Anthologie mit vielen unterschiedlichen Geschichten, auch wenn ich mir insgesamt ein paar mehr Seiten gewünscht hätte. Wenn du einen lustigen Mix aus den oben genannten Genres ausprobieren oder einfach generell in diese Genres hineinschnuppern möchtest, wirst du mit den Geschichten Spaß haben. Wozu sich Anthologien übrigens sehr lohnen: Man bekommt in kürzester Zeit sehr viele unterschiedliche Autor*innen vorgestellt, von denen man sich dann weitere Bücher anschauen kann. Eine Anthologie als Speed-Dating sozusagen^^

 


Für weitere Rezensionen von mir, kannst du in meine Rezensionsliste schauen.

Teilen mit:

2 Replies to “[Rezension] Herzensdieb – Eine Crossover Anthologie von Emma N. (Hrsg.)”

    1. Sina Bennhardt says:

      Oh, wie schön! Ich hoffe, du wirst damit genauso viel Spaß haben wie ich <3

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.