CampNaNoWriMo 2020 – Wie ist es gelaufen?

Nachdem ich im November letzten Jahres zum ersten Mal am National Novel Writing Month (NaNoWriMo) teilgenommen habe, habe ich mir diesen Juli gedacht, dass ich dasselbe nochmal im CampNaNoWriMo versuche. Doch anstatt an meinem Buch zu arbeiten, habe ich mich komplett diesem Blog gewidmet. Und ich muss sagen, dass es ziemlich gut gelaufen ist.

Was ist der NaNoWriMo?

Image courtesy of National Novel Writing Month.

Auch wenn ich denke, dass die meisten meiner Leser wissen werde, was der NaNoWriMo ist, werde ich es trotzdem einmal schnell erklären. Im NaNoWriMo ist es das Ziel sich eine Schreibroutine anzugewöhnen und im Laufe des Monats 50.000 Wörter zu schreiben. Um nicht an Motivation zu verlieren, kann man sich bei der offiziellen NaNoWriMo-Seite anmelden, dort seinen Fortschritt loggen und sich mit Freunden, den sogenannten Buddies, verbinden. Für erreichte Ziele, wie zum Beispiel 10.000 geschriebene Worte oder 21 Tage, die man am Stück geschrieben hat, bekommt man kleine „Badges“ die auf dem Profil angezeigt werden und einen weiter anspornen sollen.

Da der offizielle NaNoWriMo aber nur im November stattfindet, gibt es monatlich die Möglichkeit an sogegnannten „Camps“ teilzunehmen. Bei dem Camps kann man sich das Wörter-Ziel selbst stecken, aber ansonsten sind die Möglichkeiten dieselben.

Meine Ziele

Meinen letzten NaNoWriMo habe ich erstaunlich gut hinbekommen und mein Ziel schon 8 Tage vor Ende der „Frist“ erreicht. Und deswegen habe ich dasselbe nochmal versucht. Wieder 50.000 Wörter. Wieder der Versuch sie so früh wie möglich abzuhaken. Aber diesmal mit Artikeln für den Blog anstatt meinen Geschichten. Denn mir ist aufgefallen, dass es immer wieder still hier auf dem Blog geworden ist, wenn ich mal keine Zeit hatte etwas neues zu schreiben. Und das finde ich schade, denn ich habe den Anspruch an mich, hier regelmäßig zu posten. Und da ist es nur hilfreich, wenn ich für so eine Eventualität ein paar Artikel in der Hinterhand hätte.

Aber offensichtlich bringt dieses Ziel ein paar Schwierigkeiten mit sich. Ich hatte zwar einige Ideen für Artikel, aber eine kurze Rechnung hat Folgendes ergeben: Ein durchschnittlicher Artikel von mir hat zwischen 800 und 1300 Wörtern – für eine einfache Rechnung sagen wir 1000 Wörter. Das heißt, dass ich während des CampNaNoWriMo mindestens 50 Artikel schreiben müsste, um mein Ziel zu erreichen. Tja. Das ist viel. Aber die Rechnung geht noch weiter. Für einen Artikel brauche ich normalerweise zwischen 2 und 12 Stunden Arbeitszeit, um ihn fertigzustellen. (Da sind eingerechnet die Zeit für Recherche oder das Lesen eine Buches, falls es sich um eine Rezension handelt.) Also rechnen wir mal optimal für mich und sagen, ein Artikel brauch im Durchschnitt 4 Stunden. Dann müsste ich insgesamt 200 Stunden an den Artikeln arbeiten. Oder etwas mehr als 6 ½ Stunden pro Tag. Hmm.

Meine Herangehensweise war also naiver Optimismus:

Wenn ich rückwärts auf den Berg zugehe, kann ich auch nicht sehen wie steil er ist.

Oder anders gesagt: Einfach mal anfangen, vielleicht finde ich ja Strategien, mit denen ich Zeit sparen kann. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass ich es schaffe.

Wie das CampNaNoWriMo gelaufen ist

Ich habe die 50.000 Wörter geschafft. Ziemlich gut sogar. Nicht ganz so schnell wie letztes Mal, aber drei Tage vor Ablauf der Frist, saß ich bei 50.846 Wörtern und war ziemlich überwältigt, dass ich es geschafft habe. Aber wie habe ich das hinbekommen? Ich hatte mehrere Strategien.

Die Schrotflinten-Herangehensweise

Bei dem NaNoWriMo und somit auch beim CampNaNoWriMo geht es hauptsächlich darum, dass die Wörter geschrieben werden. Das heißt, dass bei etwaigen Überarbeitungen, die stattfinden gelöschte Wörter nicht wieder abgezogen werden. Das bedeutete für mich: Einfach mal drauf losschreiben und schauen, ob mich die Qualität das Artikels später noch überzeugt. Unter normalen Umständen erreicht einer von drei Artikeln, die ich schreibe, niemals die Veröffentlichung. Ich bin beim Aussortieren ziemlich rigoros und das hat sich auch beim CampNaNoWriMo nicht geändert.
Anstatt mir aber schon vor dem Artikel lange Gedanken darüber zu machen, ob es sich lohnt ihn zu schreiben, habe ich einfach mit dem Schreiben angefangen und dann geschaut, wo er sich hinentwickelt hat. Damit habe ich dann Wörter „gesammelt“, auch wenn du sie vielleicht nie sehen wirst. Deswegen nenne ich es die Schrotflinten-Herangehensweise: Einfach mal so viel wie möglich schreiben, um Qualität kann man sich später kümmern.

Aufgeschobene Artikel abarbeiten

Auf meinem Handy habe ich extrem viele Notizen zu Themen oder Anregungen, über die ich gerne einen Artikel schreiben würde. Damit fiel viel Zeit für das Finden von Themen und Ansätzen weg. Auch meine bereits vorhandenen Entwürfe habe ich zuerst weggearbeitet.

Weg mit dem Zwang

Ich habe den Anspruch an mich, dass meine Artikel eine bestimmte Länge haben müssen, damit ich sicher sein kann, dass sie auch genug Gedanken beinhalten, um lesenswert zu sein. Oft habe ich Artikel, die beispielsweise „nur“ 600 Wörter hatten, liegengelassen bis mir noch mehr sinnvolles eingefallen ist und ich meine ~1000 Wörter vollhatte. Davon habe ich mich beim CampNaNoWriMo entfernt, denn es ergibt einfach keinen Sinn. Zu manchen Themen lässt sich einfach nicht mehr sagen und das ist in Ordnung, denn es macht die Gedanken nicht weniger hilfreich.

Indem ich also „zu kurze“ Artikel einfach akzeptiert und angenommen habe, habe ich mir viel Kopfzerbrechen gespart.

Nicht nur Recherche-Artikel sondern auch Meinungen schreiben

Als letztes habe ich für mich Folgendes festgestellt: Ich muss bestimmte Schreibtechniken oder -herangehensweisen nicht zwangsweise von allen Seiten beleuchten. In Recherche-Artikeln kann man leicht aus den Augen verlieren, dass jeder Schreiberling seine eigenen Vorlieben mit sich bringt und dafür finde ich Meinungs-Artikel sehr hilfreich, die einfach erzählen, warum sie eine bestimmte Technik gut finden oder nicht. Tatsächlich kann eine fertig ausformulierte Meinung schneller dazu führen, dass man sich seiner eigenen Meinung bewusst wird.

Und als nettes Plus für mich: Meinungen zu schreiben, geht deutlich schneller als Recherche-Artikel.

Trotzdem muss ich sagen: Letztendlich habe ich von den geplanten 50 Artikeln 29 geblieben – wie viele ich genau angefangen und wieder gelöscht habe, kann ich leider nicht sagen. Ich habe also etwa 60% meiner Artikel behalten, was erstaunlicherweise nicht allzu weit von meinem normalen Verfall von einem Drittel weg ist. Ich bin extrem zufrieden mit meinem Ergebnis.

Die Statistik

Zum Abschluss möchte ich noch meine Statistiken des CampNaNoWriMo zeigen. Ich habe letztendlich 54.641 Wörter geschrieben und meine Herangehensweise an die Artikel des Blogs geändert, was mir hoffentlich auch in der Zukunft helfen wird.

 


Wie ist dein CampNaNoWriMo gelaufen?

Teilen mit:

2 Replies to “CampNaNoWriMo 2020 – Wie ist es gelaufen?”

  1. Annie says:

    Hi Sina!

    Toll, dass du deinen Nano geschafft hast! Glückwunsch! <3

    Hab bei meinem ersten Nano (also jetzt!) leider nur 34.000 von 50.000 Wörtern geschafft, allerdings aus gesundheitlichen Gründen und weil ich auch privat viel um die Ohren hatte. Sehr schade. Naja, beim nächsten Nano im November läufts wieder rund. 😀

    Hatte mir am Anfang ausgerechnet, wieviele Wörte ich pro Tag schreiben muss, um mein Ziel zu erreichen. Bei 50.000 Wörtern und 31 Tagen wären es rund 1600 Wörter pro Tag. Wenn ich weniger um die Ohren gehabt hätte, hätte ich das locker geschafft. 😀 Jedenfalls hab ich mir auf diese Art kleine Ziele gesetzt, das hat mir unheimlich gut geholfen. 🙂 In Papyrus hab ich mir auch als Tagesziel die 1600 Wörter eingestellt und konnte immer ablesen, wieviele noch fehlen. 🙂

    Wünsch dir ein schönes Wochenende trotz der sehr warmen Temperaturen. 🙂

    LG, Annie

    Antworten
    1. Sina Bennhardt says:

      34.000 Wörter sind verdammt gut für deinen ersten NaNo! Da kannst du wiklich stolz auf dich sein 🙂
      Und 1600 Wörter am Tag sind echt machbar und fühlen sich auch nicht so überwältigend an, als würde man nur das Endziel von 50.000 Wörtern im Kopf haben. Wie viel man um die Ohren hat, kann man leider nicht immer beeinflussen. Ich bin mir sicher, dass du dein Ziel beim nächsten NaNo erreichen wirst 🙂

      Dir auch noch ein schönes Wochenende!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.