Rezension – Gregor und die graue Prophezeiung

Gregor und die graue Prophezeiung

Ich habe neulich darüber nachgedacht, was für Bücher meine Kindheit und Jugend geprägt haben und da ist mir direkt das Buch Gregor und die graue Prophezeiung eingefallen. Zu meiner Überraschung wurde das Buch von Suzanne Collins geschrieben, die ihre Bekanntheit durch die Hunger-Games-Reihe erlangt hat. Da habe ich es gleich nochmal gelesen und wollte meine Gedanken dazu in Form einer Rezension teilen.
Gregor und die graue Prohezeiung ist 2005 im Oetinger Verlag erschienen und ist das erste von 5 Büchern.

Inhalt

Als der elfjährige Gregor seine kleine Schwester vor dem Sturz in den Lüftungsschacht des Wäschekellers bewahren will, fallen sie beide in ein scheinbar endloses Nichts. Sie landen im Unterland, einer Welt unterhalb von New York City. Dort leben fast durchsichtig wirkende Menschen, riesige sprechende Kakerlaken und Fledermäuse, gigantische Spinnen, Ratten, Mäuse und noch viel mehr. Und als wäre das nicht genug, scheint Gregor auch noch der Krieger aus der sogenannten „grauen Prohezeiung“ zu sein.

Eigentlich ist ihm das alles egal, er will nur zurück nach Hause, da erfährt er, dass sein vor zwei Jahren verschwundener Vater ebenfalls ins Unterland gefallen ist. Also macht er sich auf die gefährliche Suche nach seinem Vater und nimmt dafür den Titel als Krieger an.

Figuren

Hier sehe ich das einzige Problem des Buches, allerdings auch nur aus der Sicht eines erfahrenen Lesers: Die Zielgruppe sind ältere Kinder bzw. junge Teenager und dementsprechend einfach sind die Figuren gestrickt. Zwar verhalten sie sich logisch, aber mir fehlte die emotionale Tiefe, die ich mir eigentlich von den Figuren einer Geschichte erhoffe.

Dennoch: Das Buch zeigt meiner Meinung nach recht realistisch, wie Figuren in dem Alter von zwei bis zwölf mit verschiedenen Traumata (wie z.B. dem Verschwinden eines Elternteils) umgehen und spricht dabei nicht auf sein Publikum hinab.

Sprache

Hier habe ich nichts außergewöhnliches zu bemerken. Gregor und die graue Prophezeiung ist in Recht einfacher Sprache und ziemlich direkt geschrieben, was für die Zielgruppe angemessen ist. Mein persönliches Highlight (auch in den Folgebüchern) sind die verschiedenen Prophezeiungen. Sie sind wunderschön anzuhören, und dabei gleichzeitig vage genug, dass man wunderbar über sie grübeln kann.

Ein kleiner Ausschnitt:

„Habt acht Unterländer, die Zeit ist in Not.

Jäger sind gejagte, weißes Wasser fließt rot.

Die Nager trachten uns nach dem Leben.

Die Suche allein kann uns Hoffnung geben. […] „

Fazit

Es ist kein Geheimnis, dass Gregor und die graue Prophezeiung ein wichtiger Teil meiner jungen Lesekarriere war und ich allein wegen der Nostalgie wenig daran auszusetzen habe. Trotzdem kann ich es nicht uneingeschränkt empfehlen.

Wem würde ich dieses Buch empfehlen?
Die erste Voraussetzung ist offensichtlich, dass du der Fantasy nicht abgeneigt bist, aber das sollte hoffentlich das geringste Problem sein. 😉
Gregor und die graue Prophezeiung behandelt heftige Themen (wie Tod, verlassen werden usw.) und schreckt auch nicht davor zurück, die traumatisierenden Effekte davon zu zeigen. Deswegen sollte gerade bei jungen Lesern aufgepasst werden, ob sie schon dazu bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen.

Geheimtipp: Das Hörspiel ist ebenfalls fantastisch. Die Sprecher sind hervorragend und die Musik ist wahnsinnig gut. Vor allem wenn in späteren Büchern die Prophezeihungen gesungen werden, wird das Hörspiel ein wahres Erlebnis.

 


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