[Worldbuilding] Deine eigene Sprache – Phonologie

Beim letzten Mal habe ich dir gezeigt, wie du dich darauf vorbereiten kannst eine eigene Sprache für deine Fantasy- oder SciFiwelt zu entwickeln [Deine eigene Sprache – Vorbereitung]. Dieses Mal kümmern wir uns um die tatsächlichen Anfänge deiner Sprache: Die Phonologie.

Die Phonologie deiner Sprache

Weil ich kein Sprachwissenschaftler bin – und wahrscheinlich die meisten Leser meines Blogs auch nicht – habe ich nicht genug Ahnung von Sprachen, um eine von Grund auf und ohne Gerüst zu entwickeln. Stattdessen nehme ich mir existierende Sprachen als Stütze und arbeite mich an ihnen entlang. Zuerst suche ich mir also eine Sprache, die einen Klang hat, der mir gefällt und in mein Setting passt. Besser sind allerdings 2 – 3 ähnliche Sprachen, damit die Phonologie nicht 1:1 von einer einzigen abgeschaut ist.

Selbst wenn du eine Sprache nur wenige Male gehört hast, kannst du sie danach an ihrem Klang auf die richtige Region der Erde zuordnen. Genau diese einfache Unterscheidung solltest du auch bei deinen ausgedachten Sprachen anstreben.

Du kannst in diesem Schritt beliebig kreativ werden. Hat deine fiktive Kultur Ähnlichkeit mit der Skandinavischen? Dann hör doch in skandinavische Sprachen rein. Sie gefallen dir nicht oder sind dir nicht fremdartig genug? Wie wäre es mit einigen asiatischen Einschlägen?
Ich kann dir empfehlen auf YouTube oder anderen Seiten nach Liedern in den Sprachen zu suchen, die zur Auswahl stehen. So konnte ich mir bisher immer den einen guten Eindruck machen.

Im Folgenden beginne ich mit der Kreation einer kompletten fiktiven Sprache.

Meine Sprache soll auf einem russisch-polnischen Klangbild basieren. Eine unglaubliche Hilfe an dieser Stelle ist Wikipedia. Wenn du bei Wikipedia „[Sprache] Phonology“ eingibst, wird dir eine sogenannte IPA-Tabelle geliefert. (Es ist besser auf Englisch zu suchen, da einige IPA-Tabellen auf den Deutschen Seiten nicht existieren, aber die Englischen in meiner Erfahrung relativ vollständig sind.) IPA steht für „International Phonetic Alphabet“ und es beinhaltet Zeichen für jeden Laut, den Menschen mit ihrem Mund produzieren können. Um herauszufinden, wie die einzelnen Laute ausgesprochen werden, kannst du auf die Liste der IPA-Zeichen zugreifen. Dort findest du neben schönen Wortbeispielen auch Audiodateien für jedes Zeichen.

Die passenden Klänge wählen

Vokale und Konsonanten werden unabhängig voneinander entwickelt. Ich beginne lieber mit den Konsonanten, weil es mir leichter fällt, die Vokale hinterher „aufzufüllen“. Du kannst die Reihenfolge auch davon abhängig machen, ob deine Sprache ihren Fokus auf Konsonanten oder Vokale legt. Würdest du eine Sprache entwickeln, die an z.B. Maori angelehnt ist, wäre es wahrscheinlich sinnvoller mit den Vokalen anzufangen.
Aber heute baue ich eine Sprache, die an das polnische/russische angelehnt ist, und so ist mein Fokus eher auf den Konsonanten.

Eine kurze Erläuterung zu der Tabelle unten. In den Spalten wird angegeben wo der Laut verursacht wird (Lippen, Zähne, Gaumen, etc.) und in den Zeilen wie der Laut verursacht wird (plosiv, nasal, gerollt, etc.). Diese Unterscheidung ist für die Auswahl der Konsonanten erst einmal unwichtig, solltest du dich allerdings tiefergehend mit Sprachen beschäftigen wollen, ist das ein Punkt, den du recherchieren solltest.

Die Konsonanten

Zuerst erstelle ich eine Liste mit Überschneidungen und Unterschieden der Konsonanten beider Sprachen.
Für mich steht fest, dass ich die Laute, die sich überschneiden, auf jeden Fall übernehmen werde, da sie den Grundklang meiner Sprache ausmachen werden. Nicht zu vergessen ist dabei, dass sich auch Konsonanten zu „neuen“ Klängen zusammensetzen lassen, z.B. p + f = pf, s + t = st, usw. Das ist in diesem Moment noch nicht ausschlaggebend, aber die Möglichkeiten der Zusammensetzungen solltest du nicht vergessen.

Weitere Änderungen

Ich habe mich für Folgendes entschieden: Die Sprache bekommt noch einen stimmlosen glottalen Plosiv dazu (= Laut zwischen dem E und A in be-achten) und weil ich keine H- oder CH-Laute haben möchte, fliegt auch das x aus der Tabelle raus (gesprochen -ch-, wie in „Ach!“). Außerdem erinnert mich das w (gesprochen wie -w- im engl. wind) zu sehr an das Englische und ich habe es gestrichen. Genauso wie das γ, das ich nicht alleine stehen haben möchte.

Wenn du Laute verschieben oder anpassen möchtest, dann sind hier 3 Tipps:

  1. Es kommt extrem selten vor, dass ein Laut alleine in Spalte und Zeile steht. (Also ein freies Kreuz darum herum.)
  2. Wenn ein Laut voiced (stimmhaft) vorkommt, dann gibt es ihn meistens auch als voiceless (stimmlose) Variante. Oder es gibt beide Versionen nicht. Ausnahmen gibt es immer.
  3. Versuche eine gute Mischung aus bekannten und außergewöhnlichen Lauten zusammenzustellen. Eine Sprache, die nur aus Pfeifen oder Klicks besteht, ist zwar spannend, aber nicht gut zu schreiben oder auszusprechen.

Die Vokale

Konsonanten werden genauso ausgesprochen, wie sie geschrieben werden. Vokale sind allerdings nicht so einfach zu definieren. Welches ist zum Beispiel das „richtige“ E? Das E in telefonieren, Falle oder keck? Gerade weil eine feste Abgrenzung schwierig ist (und oft von Dialekt zu Dialekt unterschiedlich), werden Vokale nicht in einer Tabelle, sondern auf einem Spektrum dargestellt. Dabei wird unterschieden, wo sich die Zungenspitze im Mund befindet (vorne, mitte, hinten) und wie viel die Zunge den Luftfluss unterbricht (offen, mitte, geschlossen). Einen klaren Anfangs- und Endpunkt von einem Vokal zum Anderen gibt es allerdings nicht.

Auch hier kann ich wieder nur betonen, was für eine Hilfe die Liste der IPA-Zeichen ist. Dort werden dir alle Vokale beschrieben, es gibt Beispielwörter in verschiedenen Sprachen und zu jedem eine Audiodatei.

Das Klangbild der Vokale gefällt mir auch ohne Änderung gut und ich werde alle Laute, wie ich sie markiert habe, in meine Sprache so übernehmen. In einem der nächsten Beiträge gehe ich allerdings noch einmal näher auf die Unterschiede der Vokal-klänge ein und wie ich sie mit unterschiedlichen Buchstaben darstellen werde.
Ebenfalls noch nicht beachtet habe ich die Kombinationen von Vokalen wie -au- oder -ie- und wie sie in meiner Sprache ausgesprochen würden bzw. ob sie überhaupt erlaubt sind. Doch auch darum wird es ein anderes Mal in größerem Detail gehen.

Der Name meiner Sprache

Nach der Auswahl der Vokale ist für mich der Punkt erreicht, an dem ich meine Sprache benenne. Dabei versuche ich, mich an die repräsentativsten Laute der Vokale und Konsonanten zu halten. Welche das sind, ist ganz deine Entscheidung, aber schon hier lohnt sich die Überlegung, welche Laute eher selten oder häufig vorkommen. Wenn du ganz motiviert bist kannst du eine Häufigkeitstabelle anlegen.
Bei der Häufigkeitstabelle kannst du dich an den gewählten Gerüstsprachen orientieren oder dich ganz auf dein Bauchgefühl verlassen. Allerdings kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen, dass es reicht die 10 häufigsten und 5 seltensten Konsonanten und die 3 häufigsten  Vokale aufzuzählen. Danach sind die prozentualen Unterschiede ihrer Häufigkeit so gering, dass es keinen großen Unterschied macht.

Zurück zum Namen meiner Sprache. Da sowohl Polnisch (polski) als auch Russisch (russkiy) in ihrer eigenen Sprache auf den -ski Laut enden, möchte ich das für meine Sprache übernehmen. Außerdem sollte der Name der Sprache nicht allzu lang sein (max. 3 Silben). Ich möchte außerdem, dass das gerollte R ein wichtiger Teil meiner Sprache wird und der Name soll „scharf“ und „hart“ klingen.

Nach einigem hin und her habe ich mich entschieden für

Zaproski.

Ohne Lippen wird so manche Sprache schwer auszusprechen.

Das Land, zu dem die Sprache gehört, heißt dementsprechend Zaprosa.

Ein kleiner Nachtrag

Solltest du eine Sprache für nicht-menschliche Wesen entwickeln, solltest du dir genauste Gedanken über die Anatomie ihrer Münder und Kehle machen. Stell dir zum Beispiel ein Schlangenvolk vor. Schlangen haben keine Lippen, das Schlangenvolk also auch nicht, und schon fallen alle Laute raus, die mit Hilfe der Lippen gemacht werden. Wenn du in die Tabelle oben schaust, sind das alle bilabialen und labio-dentalen Laute.

So kannst du für jedes nicht-menschliche Volk vorgehen. Überlege dir zuerst was für Einschränkungen ihre Anatomie mit sich bringen würde. Danach kannst du dich an das erstellen der Sprache machen. Bleiben wir für den Moment bei dem Schlangenvolk. Bei ihnen spricht absolut nichts dagegen, dass sie Laute von sich geben, die für Menschen unnachahmbar sind.
Wie wäre es mit Vibrationen, eine Art Morsecode, die sie durch den Boden übertragen und für Menschen nicht spürbar sind? Lass deine Kreativität spielen und schrecke nicht davor zurück Konzepte zu entwickeln, die du vielleicht nicht verschriftlichen kannst.

 


Beim nächsten Mal geht es an die Schrift, was du für sie brauchst und welche Gedanken du dir zu einer Schrift machen solltest. Ich hoffe, euch hat dieser kleine Einstieg gefallen.

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9 Replies to “[Worldbuilding] Deine eigene Sprache – Phonologie”

  1. Luca says:

    Muss ich für jeden Buchstaben einen eigenen Wortlaut aus der IPA aussuchen oder nur auf die ich Wert lege ?
    Und gefühlt fehlen sehr viele Wortlaute in der IPA-Tabelle auf Wikipedia, aber vielleicht sind diese Laute auch schon in anderen Sprachen vorhanden.

    Antworten
    1. Sina Bennhardt says:

      Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit deiner Frage meinst, aber ich versuche trotzdem ein bisschen genauer zu erläutern:

      Deine einzelnen Buchstaben müssen nicht jeweils einen eigenen einzigartigen Laut haben. Ein Buchstabe kann mehrere Ausprechweisen haben – denke zum Beispiel an das Englische A, das wie das deutsche A (z.B. in „car“), das deutsche Ä (z.B. in „man“) oder die deutsche Buchstabenkombination ä+i (z.B. in „waste“) ausgesprochen werden kann.
      Anders herum können mehrere Buchstaben denselben Laut haben. Wie z.B. caught, thought und not.

      Zu deinem Kommentar, dass in der IPA Tabelle viele Laute zu fehlen scheinen:
      Die IPA Tabelle enthält (soweit die Theorie) jeden Laut, den der menschliche Stimmapparat machen kann (Pfeiftöne ausgenommen). Die Anzahl der Laute scheint im ersten Moment zwar gering zu sein, aber du musst bedenken, dass die Kombinationen der Laute fehlen. Im Artikel hatte ich als Beispiel das PF genommen, das zwar aus den einzelnen Lauten P und F besteht, aber sich zusammen wie ein neuer Laut anhört. Vielleicht liegt es daran, dass es sich anfühlt, dass viele Laute in der IPA Tabelle fehlen?
      Wenn du allerdings meinst, dass in der IPA Tabelle generell leere Stellen sind, dann liegt das an einem von zwei Dingen:

      1. Die Tabellenplätze, die ausgegraut sind, sind für Menschen nicht aussprechbar, aufgrund der Anatomie des Mundes und des Stimmapparats.
      2. Die leeren Tabellenplätze, die nicht ausgegraut sind, sind zwar möglich auszusprechen, aber nicht Teil einer bekannten Sprache.
      Und Bonus dritter Punkt: Die Tabelle enthält nur Konsonanten. Für die Vokale gibt es eine eigene Liste, die deutlich länger ist. Hier findest du eine Lister aller Lautschriftzeichen (Vokale eingschlossen, mit Beispielaussprachen)Liste der IPA Zeichen (wikipedia)

      Habe ich deine Frage beantwortet? Wenn nicht, schreibe gerne nochmal und ich werde versuchen, deutlicher zu erklären. 🙂

      Antworten
  2. Luca says:

    Ich versuche eine Sprache für Völker des Hufs zu machen. Dazu zählen Minotauren, Zentauren, Satyren und Orks. So weit ich weiß sind Orks an Schweine, mehr und mehr vermenschlicht, angelehnt. In diesem Fall mehr wie Wildschweine, in meiner Welt.
    Die Sprache soll mit Infraschall wie bei Elefanten, Nashörnern und Krokodilen laufen. Aus dem Bauch heraus. So das die Sprache wie ein Donnergrollen durch Boden und Luft wirkt.

    Ich habe mir die IPA-Liste nochmal angehört. Ich habe mir jetz von den Konsonanten R, L, S und Y ausgesucht, die ich entsprechend versuche in der Sprache zu betonen/ auszusprechen.
    Doch bin ich mit der IPA-Liste trotzdem überfragt. Denn alle weisen bei verschiedent anderen Lauten eine ähnlichkeit auf und oder hören sich vom Klang alles andere als schön. Geschweige den kann ich sie kaum ausprechen ?

    Wohlgemerkt die Völker des Hufs sind alle vermenschlicht. Sie alle haben ein menschlich ähnliches Aussehen mit den Fabelwesen- körpern.

    Und nun bin ich mir unsicher ob das jetzt aus dem was ich mir rausgesucht habe mit der Sprache hinkommt. Denn diese soll auch gleichzeitig schön zum singen sein als auch mit der Altnordischen Sprache oder algemein der Germanisch ähnlichen Sprachen rüberkommen.

    Antworten
    1. Sina Bennhardt says:

      Ich sehe in deiner Beschreibung mehrere Schwierigkeiten:

      1. Die Die Sprache der Völker des Hufs läuft über Infrschall – also grundsätzlich unterschiedlich zu der menschlichen Sprache – und du versuchst das mit der Beschreibung der Laute der menschlichen Sprache, dem IPA, aufzuschreiben. Für uns lässt sich Infraschall quasi nur als „Druck“ oder Frequenz verstehen und das mit unseren Werkzeugen als Sprache darzustellen ist schwierig.

      2. Es ist nur natürlich, dass es schwer fällt Laute, die nicht in der eigenen Sprache vorkommen auszusprechen. Zu deiner Anmerkung, dass sich der Klang der Laute der IPA Liste nicht schön anhört: Die Konsonante werden immer mit einem unbetonten Vokal und in unterschiedlichen Positionen zu diesem Vokal (also vor oder nach dem Vokal) ausgesprochen, damit man sie quasi „in Action“ hören kann. Besonders ästhetisch ist das dann außerhalb von Wort und Sprache meist nicht. Auch sind sich viele der Laute sehr ähnlich, aber dafür entwickelt man mit der Zeit ein Gehör.

      3. „Schön zum Singen“ ist sehr subjektiv. Jeder findet unterschiedliche Sprachen und Laute schön und allein nach Schönheit würde ich nicht versuchen eine Sprache zu bauen. Wenn du in einem schriftlichen Medium arbeitest, warum beschreibst du den Gesang nicht einfach als schön? Deine Leser:innen werden die IPA-Tabelle deiner Sprache nicht vorliegen haben und haben mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine Erfahrung damit. Da ist es für dich und deinen Arbeitsablauf einfacher, die Sprache beschreibend darzustellen als mit lauten aus dem IPA.

      Du hast ja schon gesagt, dass deine Sprache Ähnlichkeiten mit der Phonologie einer Altnordischen bzw. Germanischen Sprache haben soll. Warum lehnst du dich nicht an die Laute daran an? Oder – was in deinem Fall vielleicht sinnvoller ist – beschäftigst dich gar nicht mit den Lauten der Sprache, weil sich der Infraschall so grundsätzlich von der menschlichen Sprache unterscheidet, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, sie mit menschlichen Lauten darzustellen.

      Stell dir folgende Fragen:
      Warum brauchst du die Sprache (und vor allem die Laute) in so tiefem Detail?
      Was würde passieren, wenn du die Sprache für deine Geschichte nur beschreibst, anstatt sie tatsächlich zu entwickeln?
      Hast du Stellen in deiner Geschichte, an denen es nicht ausreichen würde zu schreiben „… sagte [Figur] in [Sprache des Volkes der Hufe]?

      Ich hoffe, das hilft dir.

      Antworten
      1. Luca says:

        Hab vielen Dank dass du mir antwortest.

        1. Die Sache mit dem Infraschall ist eine Form des Übernatürlichen in meiner Geschichte. Ich hab mich anscheinend falsch ausgedrückt.

        2. Die Altnordische Sprache hingegen, mit deinem Vermerk darauf das ich mir die Laute der IPA ungefähr mit dem der Altnordischen Sprache abgleiche und diese entsprechend versuche einzubauen. habe ich das richtig verstanden ?

        3. Ich hab mir den Werdegang wie du dir deine Sprache Zaproski zusammengebaut oder mehr wie du mit den beschreiben Elementen die Sprache formst, als eine Art Leitfaden gesehen und das würde ganz gerne benutzen. Denn die Sprache würde doch gerne auch kurz beschreiben wie man sie spricht.

        Es kann vielleicht verwerflich klingen, doch möchte ich damit erreichen, dass die Sprache eine besondere Wirkung hat. Wie die Elben Sprache aus Herr der Ringe.

        4. Ich kann es echt nicht sagen, ob es daran liegt, aber bevor ich diese Seite von dir fand, hatte ich schon mit den Worten angefangen was wie heißen soll. Ohne mir einen tieferen Sinn in die Sprache mit einzubauen. Das ist mir erst klargeworden als deine Seite fand.

        5. Ebenso würde ich zudem auch ein eigenes Grammatik wie auch Buchstabensystem mit einbauen.

        Dessen kann ich so schon sagen als Beispiel : Das ich das Ziffernsystem in der Grammatik mit eigenen zeichen versehen werde anstatt sie auszuschreiben.

        6. Die gestellten Fragen :
        6.1 Vielleicht habe ich mich erneut unklar ausgedrückt. ich will meine Sprache nicht so kompliziert aber auch nicht zu leicht entwickeln.
        6.2 Diese Fragestellung habe ich nicht ganz verstanden ich versuche es trotzdem.

        Ich will sie entwickeln, da ich meine dass das eine tiefere Wirkung erzielt beim Leser anstatt sie nur zu beschreiben.

        6.3 Ich habe mir schon einige Szenen ausgedacht in denen die Figuren die Sprache verwenden, aber auch darüber eine kleine Übersätzung des Textes den sie sprechen. So hatte ich mir gedacht es dem Leser einen interessanten Anreiz zu geben weiter zu lesen. Dies zum Beispiel wenn die Sprache gegenüber den Menschen (die auch vorkommen) eingesetz wird. Aber sie dafür nur Deutsch können und somit gar nicht verstehen was sie sagen.
        Als eine Art Vertiefung.

        ich hoffe ich konnte irgendwie ein,zwei Missverständnisse bereinigen und hoffe ebenso keine neuen gebaut zu haben.

        Es wäre sehr nett, wenn du auch hier mir schreiben könntest, auf das es mir weiter hilft.

        Antworten
        1. Sina Bennhardt says:

          Ich antworte gerne. 🙂 Tut mir Leid, dass ich manchmal so lange zum Antworten brauche, aber deine Fragen sind nicht immer ganz einfach zu beantworten und ich möchte dir die bestmöglichen Antworten geben 🙂

          Zu 1: Wenn es magisch/übernatürlich ist, dann vergiss, was ich darüber gesagt habe. Da kannst du dir dann deine eigenen Regeln bauen.
          Zu 2: Genau. Versuch doch mal den Ansatz, wie ich das in diesem Artikel mit russisch/polnisch gemacht habe und schaue, wie dir dann die Konsonanten und Vokalkonstellationen gefallen. Du kannst es immer noch anpassen, aber dann hast du schonmal einen Absprungpunkt und das kann beim Entwickeln sehr hilfreich sein.
          Zu 3: Das klingt überhaupt nicht verwerflich! Nur der Hinweis – und das soll dir deine Entscheidung nicht ausreden, sondern dir nur mehr Kontext geben – Tolkien war in erster Linie Sprachwissenschaftler und auch er hat Jahre gebraucht, um Elbisch zu entwickeln. Sei dir bewuusst, dass du viel viel viel Zeit brauchen wirst, um eine Sprache mit ähnlichem Anspruch/Komplexität zu schaffen!
          Zu 4: Du kannst – vor allem mit Blick darauf, wenn du keine Jahre mit der Entwicklung deiner Sprache verbringen möchtest – dir auch einfach nur vollständige Sätze und/oder Ausrufe ausdenken, die sich in deinen Ohren gut anhören, und diese in deiner Geschichte benutzen. Das hat z.B. Christopher Paolini (Eragon-Reihe) gemacht und für den durchschnittlichen Leser ist kein Unterschied zu merken.
          Zu 5: Hier habe ich genau dieselbe Anmerkung wie Punkt 4. Mach es, wenn du die Zeit investieren möchtest und es dir Freude macht, aber sei dir bewusst, wie viel Zeit es in Anspruch nehmen wird.
          Zu 6.1: Eine Sprache zu entwickeln ist immer schwierig, weil es unglaublich viele Entscheidungen zu treffen gibt, die auf einander abgestimmt und abgepasst werden müssen. Es ist aber gut, dass dein Ziel für den Anfang ist, deine Sprache nicht allzu komplex zu gestalten.

          Letztendlich ist es einfach eine zeitintensive Arbeit, eine eigene Sprache zu entwickeln. Ich weiß, dass ich das schon zum gefühlt zwölften Mal gesagt habe, aber ich weiß, dass ich den Aufwand selbst vollkommen unterschätzt habe und da möchte sicherstellen, dass andere das auch wissen^^

          Hast du noch weitere Fragen? Ich beantworte sie gerne 🙂

          Antworten
          1. Luca says:

            Wie immer an ein ganz ganz herzliches Dankeschön für deine Lektionen.

            Aktuell bin ich dabei mir Altnordische Texte und Laute, anzuhören und zu notieren. Und versuche diese bis zu einem gewissen Grad nachzusprechen. Sehr r lastich die Sprache. Ein Glück für mich mit meiner Wahl.
            Ebenfalls bin ich dabei eigene Vokalsilben als ein Laut in Wort und Schrift zu kombinieren. Beispiel Vokal o; e ist auch enthalten als „eo“.

            Wenn es mir erlaubt ist dich nach deiner persönlichen Meinung in einem Punkt wie diesem hier :

            Um mit Grammatik die nötige tiefe für die Sprache zu formen braucht abseits der regeln auch Wörter für, so viel weiß ich, meine ich. Um den einzelnen Wörtern ein gewisses Verständnis einzubauen, so dass nicht zu viele Wörter sich gleichen (so fern mir das fürs Beispiel gelungen ist) habe ich die Wörter nach Gruppen sortiert von denen ich die schon gefunden habe.
            Eine zweite Meinung wäre hilfreich.
            Beispiel : o steht für männliches und a für weibliches.

            Kalb=neugeborenes, Kind ; Kial=Eltern; Kialo=Vater; Kiala=Mutter; Albo= Mann; Alba= Frau; Albiaro= Familie.

            Dies habe ich mit allem Wörtern gemacht. Familienbenennung von Mutter , Großmutter, Schwester zu Onkel, Enkel und Bruder etc.

            In diesem Stil war es mir leichter Wörter für die Begriffe zu finden. So mache ich auch bei den Artikeln, doch da hats vom klang nicht gepasst , aber bei den Fragewörtern wie Wieso oder Wann. Daher kann man das so machen oder ist davon abzu raten ? Ob die Sprache weniger glaub würdiger klingt ?

            Ich bin wie gesagt mitten drin. Bei Lauten, bei Wörtern und Grammatikalischen Regeln.

            Zu guter letzt noch ein bezug zu deiner letzten Antwort mit der Eragon-Reihe. Ich hab jetzt daraus geschlossen das es nicht notwendig ist sich auf eine bekannte Sprache zu beziehen um seine eigene Fantasie-Sprache zu entwickeln, richtig ?
            Denn wie mein Anspruch auch ist so trage ich es mit. Daher Schwanke ich mit der Aussprache und den Wörten die ich bereits entwickelt und benutzen möchte. Doch hast du in diesem Fall ein Tipp. Denn meine Wörter und diese angestrebte Aussprache beißen sich gefühlt.

            Es wäre wirklich Hammermäßig, so bald du die Zeit dazu findest (Ich will dir schließlich nicht auf die Nerven gehen) mir deine Tipps und Meinungen mir kuntun könntest.

          2. Sina Bennhardt says:

            Zuerst zu deiner Frage nach der Eragon Reihe:
            Chrisopher Paolini hat bei der Entwicklung der Sprache der Elfen in Eragon – soweit ich mich richtig erinnere – sich nur einige Sätze ausgedacht, die sich in seinen Ohren gut angehört haben, und sich keine Gedanken über Grammatik oder so gemacht. Das ist eine verbreitete Strategie, wenn man sich eben nicht so tiefgehend mit Sprache auseinandersetzen möchte. Man denkt sich einfach die Dialogfetzen, die benötigt werden, in anderen Lauten aus, ohne sich Gedanken um die Regeln zu machen. Denn es fällt nich auf, dass eine Sprache keine grammatische Struktur hat, wenn man sie nur überfliegt. Erst wenn man sich als Leser:in tiefer damit beschäftigt wird man es bemerken.
            Und zu der Aussprache deiner Sprache: Natürlich kannst du dir Feiheiten nehmen. Wenn sich für dich klanglich etwas beißt, dann ändere es! Es ist immerhin deine Sprache 🙂

            Ich hoffe, ich verstehe dich richtig bei deiner Frage: Du möchtest wissen, ob es sich (un)realistisch anhört, wenn sich deine Wörter wie „Albo“, „Alba“ und „Albario“ sehr ähneln?
            Ich schätze, meine Antwort darauf wird dir wahrscheinlich nicht allzu sehr helfen, denn ich kann nicht einschätzen, ob es realistisch ist oder nicht. Der Grund dafür ist ein bisschen kompliziert: Sprachen sind komplex, haben aber viele Regelmäßigkeiten wie eben Wörter mit verwandten Wortstamm. Die Frage ist, wann ein Wortstamm „zu regelmäßig“/“zu häufig“ vorkommt. Denn mit zu vielen solchen Regelmäßigkeiten in deiner Sprache fühlt es sich für die unwissenden Leser:innen an, als wäre der Wortschatz super klein und eben nur -a oder -o am Ende der Wörter angehängt, um andere Worte zu schaffen. Auf der anderen Seite fühlt sich eine Sprache ohne Regelmäßigkeiten willkürlich und auch nicht realistisch an.
            Wo die Balance zwischen zu häufig vorkommenden Wortstämmen und willkürlich liegt, kann ich dir nicht beantworten, denn das ist eine subjektive Wahrnehmung. Wenn sich also etwas in der Erstellung der Wörter zu Regelmäßig anfühlt, dann wirf eine Unregelmäßigkeit rein und es wird sich wahrscheinlich besser anfühlen.

            Vielleicht eine Idee für die Artikel in deiner Sprache: Warum brauchst du denn unterschiedliche Artikel? Orientiere dich doch am Englischen und denke dir nur einen bestimmten („the“) und einen unbestimmten Artikel („a“) aus. Oder denke an das Russische, das – soweit ich weiß – gar keine Artikel besitzt. Nichts spricht dagegen, dir ein paar Freiheiten zu nehmen, wenn etwas nicht passt. 🙂

  3. Luca says:

    Danke für deine Lektionen und Meinung.

    Die Artikel habe ich mit umschreibungen wie Ich,mir,mich und oder du,dir,dich oder Zeiten. Ich versuch es mit einem Wortlaut zu stauchen und dies dann aus dem Kontext des Satzes zu lesen ist die Zeitform. Und die Sache mit den Artkiel hilft mir vor erst mit der Übersetzung ins Deutsche. Dies mache ich vor erst als Übergangsweise. Nochmal für die zeitform, für Vergangenheit hatte ich vor wie im englishen nach dem Verb oder in meiner Sprache vielleicht auch vor dem Verb zu schreiben.

    Ich tüftel noch etwas dran.
    ich melde mich wieder wenn ich eine brauchbare Frage oder ein gutes konzept habe. Ich werde auch auf die Häüfigkeit achten.

    Danke (Daumen hoch und Smily lächend)

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