Diese 4 Figurentypen solltest du vermeiden

Figurentypen, die du vermeiden solltest

Es gibt immer wieder Phasen in denen bestimmte Figurentypen angeprangert werden. Das habe ich selbst schon gemacht mit der „starken Frau“ , aber es gibt natürlich noch einige Typen mehr, die für schöne Geschichten ähnlich ungeeignet sind.

Ein kleiner Disclaimer: Ausnahmen bestätigen die Regel. Man kann jede Figur (theoretisch) gut schreiben, aber bei manchen Typen ist das eben um einiges schwerer und die wollte ich hier verewigen.

Mary Sue und Gary Stu

Die Mary Sue (und das männliche Gegenstück Gary Stu) ist mittlerweile vielen ein geläufiger Begriff. Sie ist eine perfekte Figur ohne (nennenswerte) Schwächen. Außerdem ist sie dafür bekannt, alle Probleme einer Geschichte mit einem Fingerschnippen zu lösen. Sie ist für viele die Quintessenz einer langweiligen Figur, weil ihre Allmächtigkeit jeden möglichen Spannungsbogen im Ansatz zerstört.

Was ist das Hauptproblem der Mary Sue?
Um sich mit einer Figur identifizieren zu können, muss sie Eigenschaften haben, die der Leser entweder erkennt oder an sich selbst wiederfindet. Eine Figur komplett ohne Schwächen bzw. der Schwäche, dass sie zu gut ist, ist leider nicht nachvollziehbar.
Und wenn man sich mit einer Figur nicht identifizieren kann, vor allem wenn es sich dabei um die Hauptfigur handelt, ist mehr als suboptimal.

Für einen etwas anderen Blick auf die Mary Sue, kann ich euch diesen Artikel auf Geekgeflüster „Eine Mary Sue ist nichts Negatives“ empfehlen.

Der Einzelgänger

Bekannt ist diese Figur auch unter dem Namen „The lone Wolf“, der einsame Wolf.

Bücher sind Geschichten von Menschen und was zwischen ihnen passiert. Deswegen ist es zwingend notwendig, dass die Figuren miteinander reden und interagieren.

Und das ist das Problem des Einzelgängers: Entweder er meidet die anderen Figuren, was natürlich dazu führt, dass er kaum seinen Teil in der Geschichte spielen kann oder er handelt gegen seine Natur und wird ein Teil der Gruppe. Und damit ist er natürlich kein Einzelgänger mehr. Das kann man „Charakterentwicklung“ nennen, aber häufig wird nicht mehr getan, als ihn ständig schlecht gelaunt und still mit der Gruppe mitgehen zu lassen. Das macht weder dem Leser noch der Geschichte Spaß.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jede deiner Figuren eine „People-Person“ sein muss. Aber es bedeutet, dass jede Figur einen Grundstock an sozialen Interaktionen gutheißen können muss.

Der Erklärmensch

Der Erklärmensch ist eine Krankheit von vielen Fantasy- und Scifi-Romanen. Er nimmt häufig die Form eines Mentors oder alten Mannes an, der dem unwissenden Protagonisten nur allzu gerne die Weltgeschichte erklärt. Lang, ausführlich und meistens langweilig.

Das Problem ist dabei nicht, dass er den Leser mit wichtigen Informationen versorgt, sondern dass seine Persönlichkeit nicht über das Erklären hinausgeht. Der Leser merkt schnell, wenn Figuren nur da sind um (oft vollkommen ohne Sinn und Verstand) plotrelevante Informationen von sich zu geben. Das führt zu Augenrollen und einer tiefen Abneigung gegen die besagte Figur.

Um einen Erklärmenschen zu vermeiden, hilft es, den Zweck jeder Figur zu hinterfragen und entsprechend anzupassen. Außerdem solltest du prüfen, ob die Informationen tatsächlich per Infodump gegeben werden müssen oder du sie häppchenweise (und von verschiedenen Figuren) über die Geschichte verteilen kannst. So kommt die Geschichte nicht ins Stocken und der Leser bleibt am Ball.

Der schlechte Zuhörer

Meine persönliche Hassfigur ist der schlechte Zuhörer. Hierbei handelt es sich um eine Figur, die unbelehrbar ist und trotz aller Warnungen halsbrecherische Aktionen macht. Und selbst wenn jede seiner Aktionen vollkommen in die Hose geht, sieht er seine Fehler nicht ein. Er besteht darauf, dass sein Weg der Richtige war.

Das Problem mit dem schlechten Zuhörer ist, dass man sich jede mögliche Charakterentwicklung im Ansatz verbaut. Eine Figur, die sich nicht weiterentwickelt, ist unbefriedigend und verschwendetes Potential.
„Der Rebell“, auf dem der schlechte Zuhörer beruht, ist eigentlich ein Figurentyp, den ich sehr gerne habe und ihn so verschandelt zu sehen, ist immer schade.

 

Das Heilmittel (das ist keine Figur, sondern die Lösung)

Die Lösung ist einfacher gesagt als getan. Deine Figuren (auch der Antagonist!) sollten verständlich und nachvollziehbar sein, damit sich der Leser identifizieren kann. Dabei solltest du Klischees vermeiden und deine Figuren am besten nach richtigen Menschen modellieren.

Solche Figurentypen sind sehr einfach zu schreiben, weil sie weder tiefgängig sind noch viel Kreativität benötigen, aber das schlägt sich in deinen Geschichten nieder.

Investiere die Zeit und schreibe gute Figuren. Es lohnt sich.

 


Fallen dir noch Figurentypen ein, die du so gar nicht leiden kannst?

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2 Gedanken zu „Diese 4 Figurentypen solltest du vermeiden

  1. Hallo Sina,
    habe gerade eigentlich mal wieder nur per Zufall reingeschaut und dachte bei der Überschrift: Okay, wag al einen Blick!
    Ich bin super erleichtert, dass keiner dieser Typen auf eine meiner Figuren zutrifft 😀
    Vielen Dank für deine Beiträge.
    Liebe Grüße
    Chrissi

    1. Da bin ich aber auch froh! 😀
      Eigentlich ist es aber auch so, dass (solange man minimal Zeit in die Figurenentwicklung steckt) einem diese Figurentypen nicht so schnell passieren 🙂

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