Satyre – Die richtigen Waffen

Satyre

Wenden wir uns einer weiteren Kreatur aus der griechischen Mythologie zu. Neben Minotauren und Zentauren gibt es noch ein weiteres Mischwesen, das in verschiedenen Fantasy-Welten Fuß … äh, ich meine natürlich Huf gefasst hat.

Ein Satyr in Zahlen
.Kraft..♦ ♦ ♦
.Geschwindigkeit.♦ ♦ ♦
.Größe..♦ ♦
.Intelligenz..♦ ♦ ♦ ♦ ……

Der Satyr.

Traditionelle Darstellung

Satyre haben die Beine einer Ziege und den Oberkörper eines Menschen. Auf ihrem menschlichen Kopf tragen sie oft Hörner und Ziegenohren, sind stark behaart und laufen meist ohne Kleidung durch die Gegend. Insgesamt sind sie ein wenig kleiner als Menschen und scheinen wegen ihrer geringeren Größe auch ein wenig schwächer zu sein als sie.
Sie sind ursprünglich die Begleiter des Gottes Dionysos, dem Gottes des Weines, der Trauben, der Ekstase und des Wahnsinns. Und diese Spezialisierung ihres Gottes scheinen sich die Satyre sehr zu Herzen genommen zu haben, denn sie wandern oft Flöte spielend und Unfug treibend durch die griechischen Sagen, sind unbeschwert und immer für einen Witz zu haben.
Dabei wenden sie keine Gewalt an, sondern verlassen sich auf ihre Intelligenz um Menschen zu manipulieren.

Ihre traditionellen Waffen sind ihr Verstand, Dolche oder Kurzschwerter und selten auch Pfeil und Bogen. Da sie allerdings ein eher friedliebendes Volk sind, sind die Darstellung mit physischen Waffen selten.

Herr Tumnus hat seine Flöte in dem Film Die Chroniken von Narnia dazu benutzt, um Lucy einzuschläfern. Ein erster Blick auf die dunklen Seiten der Satyre? © Buena Vista Home Entertainment (BVHM) (2006)

(Eine kleine Anmerkung bevor es losgeht: In diesen Diskussionen lasse ich jegliche Art von Magie außen vor und teile die idealen Waffen nach puren physischen Eigenschaften zu, aber ich könnte mir trotzdem eine sehr interessante Abwandlung von magischen Satyren in einer Fantasy-Welt vorstellen, die auch wunderbar in ihre Fähigkeiten spielt. Sie könnten quasi die Sirenen des Landes sein und mit ihren magischen Flöten, à la Rattenfänger von Hameln, Menschen in ihren Untergang führen. Das nur als Idee nebenbei.)

Nahkampfwaffen

Abgesehen von ihren potenziellen magischen Fähigkeiten, sind Satyre ähnlich wie Halblinge ein sehr uneinschüchterndes Volk. Sie sind den Menschen physisch unterlegen und sollten, falls möglich, einen offenen Kampf vermeiden.
Sollte es aber dennoch zu einer Auseinandersetzung kommen, dann sind Piken oder Hellebarden keine schlechte Wahl, um die Menschen auf Abstand zu halten. Die kann man aber im Alltag schlecht mit sich herumtragen, deswegen sollten sie noch eine kleinere Zweitwaffe haben. Und dafür, wer hätte es gedacht, würde ich ein Schwert empfehlen. Deswegen wir es auch so langsam Zeit, zu erklären, warum Schwerter quasi eine ideale Waffe für jede Gelegenheit sind.

Exkurs: Warum sind Schwerter so gut?

Der konsequent schlecht gelaunte Satyr Phil aus dem Film Herkules würde nie selbst zu Waffen greifen. © Walt Disney Studios Home Entertainment (1997)

Jon Snow aus Game of Thrones hat es schon erfasst:

„Stick ‚em with the pointy end.“

Das Schöne am Schwert: Wir haben viel Spitzes und Scharfes und, den Gegner zu verletzen und/oder zu töten, ist relativ einfach. (Und nur mal so nebenbei: Der Mythos, dass Schwerter gar nicht scharf waren sondern stumpf, ist eben genau das. Ein Mythos! Für eine ausführliche Erklärung gibt es hier einen Link zu einem Video von Shadiversity [auf Englisch].)
Es ist allerdings wahr, dass es für einen Anfänger nicht so leicht ist, mit einem Schwert anzugreifen, wie zum Beispiel mit einem Speer, aber dafür hat das Schwert einen entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten anderen Nahkampfwaffen: Man hat eine sehr große Fläche, um Angriffe abzuwehren.
Man vergleiche die Klingenfläche eines Schwertes, mit der Klingenfläche einer Axt. Da man idealerweise mit der „Metallteil“ einer Waffe abwehren möchte, um den Griff und die eigenen Hände nicht zu beschädigen, ist sinnvoller für die Abwehr ein Schwert (als eine Waffe mit kürzerer Klinge) zu wählen, das neben einer langen Klinge meist auch noch eine Parierstange hat, die die gegnerische Waffe von den eigenen Händen fernhält.
Außerdem ist es durch sein geringes Gewicht (1 – 2 kg für Einhänder, 2 – 3,5 kg für Zweihänder) leicht zu bewegen und einfach zu kontrollieren, ohne nennenswert zu ermüden.

Zusammenfassend: Das Schwert ist defensiv sehr stark, man kann es leicht und schnell bewegen, es hat eine große Trefferfläche und es verbraucht wenig Kraft. Rundum: eine verdammt gute Waffe.

Fehrkampfwaffen

In dieser Serie habe ich das zwar schon tausend mal geschrieben, aber was kann es schaden, es noch einmal zu sagen? Der Bogen ist eine gute Waffe, wenn die Kreatur, die ihn benutzt, stark ist (weil größere Reichweite und Durchschlagskraft) und die Armbrust ist ein guter Ersatz, weil man mit Hilfe von Winden und/oder Hebelwirkung eine ähnliche Durchschlagskraft erreichen kann.

Die Satyre aus Narnia mit schöner Rüstung. Wenn sie jetzt auch noch die Oberarme schützen würden, dann wäre ich eigentlich ganz zufrieden. © Buena Vista Home Entertainment (BVHM) (2006)

Deswegen würde ich den Satyren in einem Kampf gegen Menschen eher eine Armbrust geben.

Rüstung

Für Satyre halte ich eine einfache Rüstung, in der sie sich gut bewegen können für sinnvoll. Da bietet sich ein kurzärmeliges Kettenhemd (natürlich mit Gambeson drunter) an. Ein guter Helm darf nicht ebenfalls nicht fehlen.

Normalerweise bin ich ein großer Fan von Schilden, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen, denn für eine der möglichen Kampfstrategien, die ich mir ausgedacht habe, ist es notwendig, dass sie die Hände möglichst frei haben.

Mögliche Strategien

Die „idealen“ Waffen sind zwar schön und gut, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir einen wichtigen Teil der Satyre noch gar nicht beachtet haben: Sie haben Ziegenbeine! Und Ziegen sind bekannt für ihre Kletterfähigkeit und Trittsicherheit. (Nur so als Beispiel hier sind hier Videos, in denen Ziegen eine vertikale Wand hochklettern, einen Canyon hinunterklettern und eine Palme hochklettern.)
Wie kann man also ihre natürliche Fähigkeit zu klettern, in ihren Kampfstil einbauen?
Im ersten Moment scheint es, als wäre diese Fähigkeit nicht sonderlich hilfreich, weil das Klettern immer noch Zeit benötigt, eine Weglauf-Strategie fällt also raus. Und selbst wenn sie sich auf eine vertikale Wand „retten“ könnten, wären sie dort nur gefundenes Fressen für die Bogenschützen der Gegner.

In einem offenen Kampf, zum Beispiel bei der Belagerung einer Burg, halte ich es für unwahrscheinlich, dass Satyre allein angreifen würden. Weil sie als Rasse eher friedfertig sind, kann ich mir vorstellen, dass sie befreundeten Völkern helfen, aber die Offensive nicht leiten würden.
Bleiben wir also bei dem Beispiel der Burg: Das befreundete Volk greift offen und frontal an, während die Satyre die Ablenkung nutzen, um an der vertikalen Burgmauer hochzuklettern und die Verteidiger von hinten überraschen.

Andere Situation: Ein feindlicher Trupp Soldaten dringt in das Land der Satyre vor. Die Satyre, die ihr eigenes Terrain (stelle ich mir ziemlich bergig vor) kennen, verstecken sich auf den Berghängen, dort wo kein Mensch nach ihnen suchen würde, weil sie für Menschen unerreichbar sind. Sobald die Gegner unter ihnen sind, können die Satyre sie mit der Armbrust niederschießen oder von oben auf sie hinabspringen und zuschlagen.

Die Strategien heißen also: verstecken, auf Ablenkung warten, von hinten/oben überraschen und einen langen Kampf vermeiden.

Meine Vision für Satyre:

Zeichnung von Leander Aurel Taubner (zu finden auf lat-design.de und leandersfeinelinie.com)

 


Wie könnten Satyre ihre Fähigkeit zu klettern noch sinnvoll einsetzen? Hast du irgendwelche Ideen?

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