Die #LitBlogCon18 – Mein Tag

Mein Tag auf der LitBlogCon 2018

Gestern (09.06.2018) war mal wieder die LitBlogCon (Literatur-Blog-Convention), eine Bloggerkonforenz rund um Literatur, die Verlagswelt, Autoren und das Bloggen. Schon letztes Jahr habe ich dort ein wenig geschnuppert und dieses Mal bin ich gemeinsam mit Stephanie hingegangen.

Session 1: Über das Schreiben und Verlegen

Die Session begann mit der Vorstellung der beiden Rednerinnen Mariana Leky, Autorin, und Sabine Cramer, Verlegerin, und dann sprangen sie auch schon kopfüber in das Thema.
Die Präsentation der Bücher sei wichtig und auch das Geld sei kein unwesentlicher Teil des Schreibens. Immerhin hat der deutsche Buchmarkt letztes Jahr etwa sechs Millionen Leser verloren. Aus diesem Grund muss jedes Buch als Superbestseller konzipiert werden. Wenn es kein Bestseller wird, gibt es natürlich gute Gründe, warum es nicht klappt…

Wenn sich das ein wenig wirsch liest, dann liegt das auch daran, dass dem Gespärch der Fokus gefehlt hat. Mariana Leky und Sabine Cramer sprangen schnell von Thema zu Thema und erzählten Anekdoten, aber der rote Faden fehlte und so fällt es mir natürlich schwer, diese Session zusammenzufassen.

Die erste Session der LitBlogCon hat mich zwar nicht von den Socken gehauen, war aber sehr interessant anzuhören. Nur für eine schriftliche Wiedergabe war das Gespräch absolut nicht geeignet.

Session 2: Gut geplottet ist halb geschrieben

Ein Ausblick von der Dachterasse auf der LitBlogCon.
Die Aussicht von der Dachterasse.

Als Nächstes ging es rauf auf die Dachterasse, zu der Session „Gut geplottet ist halb geschrieben – Wie schreibt man einen richtig guten Krimi?“. Ich schreibe und lese zwar keine Krimis, aber ich war mir sicher, dass man die Tipps zum Plotten auch auf andere Genres anwenden könnte und so war ich sehr gespannt.

Zu Recht.
Autorin Romy Fölck stellte uns zunächst unterschiedliche Schreibtypen vor und präsentierte dann ihre eigene Taktik beim Plotten.

Die 4 Schreibtypen:

  1. Seat-of-Pants: Dieser Schreiberling schreibt einfach drauf los, ohne zu plotten. Mit dem offensichtlichen Nachteil, dass es oftmals kein Ziel gibt.
  2. Edit-as-you-go: Hier geschieht das Schreiben und Editieren gleichzeitig. Eine Szene schreiben, dann überarbeiten und danach geht es erst zu nächsten.
  3. Snowflake: Die Schneeflocke plottet ein grobes Grundgerüst und lässt sich genug Freiraum, um während des Schreibens zu ergänzen.
  4. Outline: Dieser Schreiberling schreibt seinen gesamten Plot auf 20-50 Seiten auf und hält sich akribisch an diesen Plan.

Ich konnte mich sofort mit der Schneeflocke identifizieren (und war bisher auch sehr zufrieden damit), aber dann stellte Romy Fölck ihre eigene Vorgehensweise vor und ich bin begeistert von dieser Art zu Plotten.

Das Treatment

Das Treatment ist eine Art Vor-Outline und ist im Grunde nichts anderes als ein Szenen-Exposé. Es ist voluminös und da kommt alles rein. Angefangen von der absolut richtigen Reihenfolge der Szenen, bis zu Dialogfetzen, die einem schon vorher einfallen und die man unbedingt in seinem Manuskript haben möchte.
Das Treatment hilft dabei schon im Voraus den Spannungsbogen, Figurenmotivationen und Plotholes zu überarbeiten, denn das sind die Stellen, die beim Überarbeiten in einem „fertigen“ Manuskript am meisten Zeit in Anspruch nehmen (wie ich im Moment merke). Wenn man das Treatment schon vorher perfektioniert hat, dann kann man diese Schritte beim letzten Überarbeitungsvorgang auslassen und eine Menge Zeit sparen.

Außerdem gibt es einem  beim Schreiben einen genauen Plan, an den man sich halten kann und es gibt keine unfreiwilligen Lücken in der Geschichte.

Hach, ich bin einfach so begeistert. 😀

Die Pause

In der Pause wurde gegessen, geredet, gelacht und vor allem wurden im Foto-Van Fotos gemacht. Zusammen mit Tabea (Twitter: @Munderooon) und Anja (Twitter: @ichbinkreatief) habe ich viel zu viele Runden in dem Van gedreht und dabei sind einige tolle (?) Fotos entstanden. Wir hatten zumindest Spaß 😀

Der Fotovan auf der LitBlogCon
Bild von Tabea.

Session 3: Von der Randnotiz zur Powerprotagonistin

Diese Session war ein Satz mit X und deswegen will ich da auch nicht im Detail darauf eingehen. Es gab viel Gerede von „starken“ Protagonistinnen und war gefüllt mir Aussagen wie

„deutsche Namen finde ich in Büchern doof“

(Da stimme ich absolut nicht zu. Das hängt von dem Setting und der Geschichte ab. Und Namen im Allgemeinen zu verteufeln, hilft niemandem.)

„Was gar nicht geht, ist eine Frau, die größer ist als der Mann. Ist total unsexy.“

Das Bild entstand, bevor „Von der Randnotiz zur Powerprotagonistin“ begonnen hatte.

(Diese Aussage finde ich als große Frau sogar fast beleidigend, auch wenn ich mir sicher bin, dass es nicht so gemeint war.)

„Der Mann muss schon dominant sein. Keine Weichei-Männer.“

(Aber bei Frauen für Abwechslung schreien (nur nicht wenn sie groß und dick sind). Und „Weichei“ ist auch beleidigend.)

Insgesamt waren mir die Sprecherinnen leider sehr unsympathisch und ihre „Tipps“ (á la „Stell dir doch deine Figuren auf Pinterest zusammen“) mehr als unhilfreich.

Sehr schade, denn auf diese Session hatte ich mich von der gesamten LitBlogCon am meisten gefreut.

Session 4: Erholung

Eigentlich wollte ich mir in dieser Session „Rankt, Konvertiert und hat Luft – Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung“ ansehen und ich saß auch drin, aber die Session davor hat mich so geärgert, dass ich es nicht geschafft habe aufzupassen.

Mea culpa.

Session 5: (Un)lost in Translation – Unübersetzbare Wörter aus der ganzen Welt […]

Die letzte Session der LitBlogCon war ein willkommener ruhiger und entspannter Abschluss. Die Übersetzerin Marion Herbert erzählte über ihre Erfahrungen, ein Buch zu übersetzen, bei dem es explizit um unübersetzbare Wörter und Sprichwörter geht.

Sie las uns kleine Abschnitte vor und ich fand es erstaunlich, dass man die fremden Sprichwörter oft trotzdem  verstanden hat.

„Auf eine blaue Frage eine grüne Antwort geben.“ – Tibetisches Sprichwort

„Trauben werden dunkler, wenn sie einander ansehen.“ – Türkisches Sprichwort.

Aber dann gab es auch Sprichwörter, die einfach vollkommen unverständlich waren.

„Oh, trächtiges Pferd!“ – Filipino Sprichwort

„Ich habe die Kakerlake.“ – Französisches Sprichwort

„Du bist meine Orangenhälfte.“ – Spanisches Sprichwort

Wenn du raten willst, was diese Sprichwörter bedeuten, dann rate doch mal in den Kommentaren 😛

Mein Fazit zur LitBlogCon

Ich bin nächstes Jahr wieder dabei. Das reicht doch eigentlich als Fazit oder? 😉

 


Weitere Eindrücke der LitBlogCon:

  1. Meine erste LitblogCon von durchgebloggt
  2. Büchersonntag & so war die #lbc18 von Verena (flying-thoughts)
  3. Die LitBlog Convention 2018 von Yvonne (seitenglueck)
  4. Litblog Convention: Von Menschen und Büchern von Stefanie (lesenlebenlachen)
  5. LitBlogConvention 2018 die dritte von Heike (koelner-leselust)
  6. Die Lit-Blog-Convention: Von GZSZ bis Dark Romance, von Photobooth bis Eulen von Nadine (allimoblog)

Und vergiss nicht zu raten, was die Sprichwörter bedeuten könnten 😉

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12 Gedanken zu „Die #LitBlogCon18 – Mein Tag

  1. Hallöchen liebe Sina,
    vielen Dank für die Zusammenfassung! Ich habe die LBC gestern immer mal auf Twitter verfolgt und es hat mich echt neugierig gemacht. Vielleicht muss ich nächstes Jahr doch mal die Reise antreten. 😀
    Schade, dass die dritte Session nicht so hilfreich war. An sich ist das ein spannendes Thema, aber diese Aussagen helfen einem da echt nicht weiter.

    Ich will noch ein bisschen Sprichwörterraten:
    „Oh, trächtiges Pferd!“ – Sowas wie „Oh mein Gott; Grundgütiger Gott“? Also ein Ausruf des Entsetzens/ der Überraschung?

    „Ich habe die Kakerlake.“ – Hier musste ich echt etwas überlegen, kam aber zu so was wie „Jemandem ist das Schlimmstmögliche (ist das überhaupt ein Wort :D) passiert“?

    „Du bist meine Orangenhälfte.“ – Vielleicht „Du bist meine bessere Hälfte“? Also eine Art zu sagen, dass man zusammen gehört?

    Liebe Grüße!

    1. Oh, du hast verdammt gut geraten!!
      Ich schreib dir die Auflösung mal über Twitter, damit andere auch noch raten können und die Lösung nicht gleich in den Kommentaren finden 😛

      Komm nächstes Jahr auf jeden Fall!! Das wäre super schön <3

        1. Die hängen jetzt auch am Kühlschrank 😀 es hat echt Spaß gemacht die Fotos zu schießen und vor allem, weil die da so viele Masken und Hüte und Brillen rumliegen hatten!!

          Nächstes Jahr machen wir das dann zusammen 😛

  2. Hi Sina!
    Ohje. Session 3 hätte mich zur Weißglut gebracht. Das Thema sind Powerprotagonistinnen und dann werden solche Klischees ausgepackt? O.o Klingt für mich leider auch alles sehr unsympathisch. Aber schön, dass der Rest besser war. Ich habe von der Veranstaltung leider zu spät erfahren, sonst wäre ich auch hingegangen.

    Liebe Grüße,
    Sam

    1. Ja, die Karten für die LitBlogCon sind immer suuuuuuper schnell weg. Da muss echt mit Adleraugen auf das Datum aufpassen, wenn die freigeschaltet werden!

      Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Mal. 🙂

  3. Klingt doch nach einem tollen Tag – immer noch so traurig, dass es bei mir nicht geklappt hat. Hoffentlich nächstes Mal!
    Session 3 klingt allerdings wirklich nich einem Albtraum. Oo Wenig konstruktiv würde ich mal sagen und dann diese Oberflächlichkeiten – in der Session wäre ich auch sehr unglücklich geworden.
    Umso besser, dass ich nun aber weiß, wie meine Art zu plotten heißt. 😀 Bis gerade war mir nicht klar, dass es dafür einen Namen gibt, ich dachte einfach immer, das wäre halt meine Art. Wobei es wohl eher eine Mischung aus Treatment und Schneeflocke ist. ^^

    1. Ich habe bisher auch am meisten wie eine Schneeflocke geplottet, aber ich möchte es unbedingt mal mit dem Treatment versuchen. Ich glaube, dann bleibt muss man am Ende einfach nicht so viel korrigieren.

      Nächstes Jahr musst du auf jeden Fall dabei sein! <3

      1. Würde auch sagen, dass es durchaus die Plotholes eingrenzt und sich schon vorab relativ gut sagen lässt, ob die Ideen funktionieren oder nicht und wo gefeilt werden muss. Aber ich bin ja grundsätzlich eher der Typ „Einfach machen und von allem das nehmen, was ich gebrauchen kann“ – muss ja ohnehin jeder seinen eigenen besten Weg finden. Aber neue Sachen ausprobieren kann ja nicht schaden, da lernt man ja immer irgendwas und kann etwas für sich mitnehmen. 🙂

        Ja, will ich auch unbedingt. Ein Datum gibt es aber noch nicht, oder? (Sowas geht gerne mal an mir vorbei und dann plane ich an den Wochenende Hochzeiten und sowas. 😀 )

        1. Ich glaube, ein festes Datum gibt es noch nicht, aber das war bisher immer Anfang Juni. Und die Karten gab es Ende März/Anfang April. Das muss man einfach auf dem Schirm haben (am besten dem Twitteraccount folgen) und dann schnell zuschlagen 😉

  4. Wir haben anscheinend ein paar Sessions gemeinsam besucht. 😉 Ich war auch bei „Über das Schreiben und Verlegen“, was ich okay fand, aber mehr auch nicht. Die Autorin wirkte aber sehr nett und das Buch klang interessant, aber ich glaube, das ist nichts für mich.

    Bei der nächsten Session war ich auch und hier fand ich das Handout sehr hilfreich. Mir hat die Idee mit dem Tannenbaum gut gefallen und außerdem habe ich jetzt endlich die Schneeflocken-Methode verstanden. 😃 Ich bin eigentlich keine Krimileserin/-schreiberin, aber möchte mich mal an einem eigenen Krimi versuchen und auch mal welche lesen.

    Session 3 klingt wirklich nicht so gut. Was spricht gegen deutsche Namen? Vor allem in Büchern, die 1. von einem deutschen Autor sind und 2. in Deutschland (oder einem anderen deutschsprachigen Land) spielen macht das doch Sinn. Ich finde es furchtbar, wenn stattdessen englische Namen verwendet werden. Was Pinterest und Figuren angeht, stelle ich mir da tatsächlich gerne Charaktere zusammen, weil mir das hilft. Aber da hat wohl jeder seine eigene Methode. Was die Männer angeht: puh, ich lese viele Romance-Bücher mit dominanten, zu Beginn arschigen Männern. Aber im echten Leben wäre das für mich ein No-Go. Die Männer in den wenigen Romanen, die ich bisher begonnen habe zu schreiben, sind immer sehr bodenständige Menschen mit Gefühlen und keine Arschlochtypen.

    Die SEO-Session war übrigens langweilig. Meine letzte Session war auch die mit Marion Herbert und hat mich zu der Überlegung gebracht, vielleicht mal wieder mehr Übersetzungen zu lesen, da ich in den letzten Jahren immer die englischen Originale gelesen habe. Dabei steckt hinter einer Übersetzung so viel Arbeit. Dank der Session möchte ich meine Einstellung nun ändern und zumindest ab und an mal Übersetzungen lesen. 😊

    1. Ja, gerade die letzte Session hat mich auch zum Nachdenken gebracht! Es stimmt tatsächlich, dass einem die Übersetzer nur auffallen, wenn sie etwas falsch/schlecht gemacht haben und das ist eigentlich ein Unding. Da steckt so viel Arbeit und Können hinter, das ist einfach nur unglaublich!

      Die zweite Session war, würde ich sagen, mein Liebling, da gab es so viele Tipps, die nicht nur für Krimiautoren sondern einfach für alle Schreiberlinge hilfreich sind! Hach, ich bin immer noch begeistert. 😀

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