Meerjungfrauen – Die richtigen Waffen

Zum ersten Mal in unserer Serie wechseln wir das Terrain und begeben uns ins Wasser, um uns dort die Meerjungfrauen anzusehen. Ich freue mich schon total, denn das Meer ermöglicht so viele neue Strategien und Angriffsmöglichkeiten, dass es den Menschen gegenüber schon fast unfair ist. Aber Eines nach dem Anderen.

Eine Meerjungfrau in Zahlen
.Kraft..♦ ♦ ♦
.Geschwindigkeit.♦ ♦ ♦ ♦ …….
.Größe..♦ ♦ ♦
.Intelligenz..♦ ♦ ♦

Zuerst die

Traditionelle Darstellung

Das Meervolk wird traditionell als überwiegend weiblich dargestellt (deshalb auch Meerjungfrauen), aber das führt zu ein paar Problemen in der Reproduktion. Das spreche ich nur an, weil ich für diesen Artikel den Begriff Meerjungfrau als geschlechtsneutral betrachten möchte, ohne dass es einen möglichen Aufschrei gibt und mir vorgeworfen wird, ich hätte die männlichen Vertreter dieser Rasse unterschlagen. 😉

Jetzt aber zu der Beschreibung der durchschnittlichen Meerjungfrau:

König Triton mit dem traditionellen Dreizack in Arielle. © Warner Bros. (1990)

Meerjungfrauen sind im Grunde Menschen mit dem Unterkörper eines Fisches. Sie können unter Wasser atmen, aber auch an Land (für kurze Zeit) Überleben, solange sie nicht austrocknen. Traditionell werden sie mit einem Dreizack dargestellt, der wohl angelehnt ist an den griechischen Gott Poseidon. Mit Fernkampfwaffen werden sie normalerweise nicht dargestellt, was auch nachvollziehbar ist, da ihre Domäne das Wasser ist und man sich mit Fernkampfwaffen unter Wasser schwer tut.

Nahkampf

Weil Menschen unter Wasser nicht atmen können, würde der Nahkampf zwischen den Meerjungfrauen und den Menschen an der Wasseroberfläche stattfinden. Den Kampf komplett an die Luft zu verlegen, wäre für die Meerjungfrauen unklug, denn sie haben einen gewaltigen Vorteil: Das Meer ist für Menschen (auf kurze Zeit) tödlich.

Die gesamte Kampfstrategie der Meerjungfrauen würde also darauf bauen, die Menschen ins Wasser zu befördern und dort zu ertränken.

Zunächst einmal zu den Waffen:
Meerjungfrauen werden keine Waffen (oder Rüstung) aus Metall besitzen, denn Metall und Salzwasser vertragen sich nicht gut. Stattdessen kann ich mir so etwas wie Walknochen-, Stein- oder Korallwaffen vorstellen, die zwar nicht ganz so hart oder haltbar wie Metall sind, aber den Ansprüchen eines Überfalls genügen sollten.
Als nächstes müssen wir den Wasserwiderstand in Betracht ziehen. Um in ihrer Bewegungsfreiheit nicht behindert zu werden, brauchen Meerjungfrauen Waffen mit möglichst kleiner Fläche, die einfach durch das Wasser schneiden können. Keulen, Hämmer, Äxte und auch die meisten Schwerter fallen also heraus. Gut vorstellen könnte ich mir einen kurzen Speer, der kaum Fläche für Widerstand bietet, wenn man ihn beim Schwimmen nach vorne dreht. Vielleicht sogar eine Art Degen, aber hier liegt das Problem bei der Reichweite, denn immerhin möchte man die Menschen (die sich wahrscheinlich in Booten befinden werden) auch erreichen.
Außerdem, falls es nicht zu schwer wird, würde ein großer Haken mit einem Seil (aus Seetang) gute Dienste leisten.

Die Strategie

Es gibt meiner Meinung nach mehrere Möglichkeiten, wie Meerjungfrauen die Menschen angreifen könnte. Einzige Voraussetzung: Die Menschen befinden sich in Booten oder Schiffen. Falls sie schon im Wasser schwimmen, dann würde sich die Strategie auf packen und ertränken belaufen.

  1. Strategie: Mit Hilfe von Bohrern oder anderen scharfen Gegenständen schlagen sie Löcher in das Schiff, bis es sinkt. Sobald das Schiff gesunken ist und die Menschen im Wasser treiben, werden sie nach unten gezogen und ertränkt. Es kommt zu keinem Kampf.
    Stellt euch nur mal vor wie gruselig das wäre: Man hört das Kratzen an den Planken und kann nur hoffen, dass man rechtzeitig Land erreicht, bevor sie es schaffen ein Leck zu schlagen. Denn wehren kann man sich nicht, weil sie sich nie an der Wasseroberfläche zeigen, sondern nur direkt unter dem Schiff.
  2. Strategie: Wenn es sich um ein kleines Boot handelt, können die Meerjungfrauen eine Taktik benutzen, die es schon bei Orkas gibt und mit der sie Robben von Eischollen spülen.
    Eine ganze Reihe von Meerjungfrauen schwimmt mit großer Geschwindigkeit dicht unter der Wasseroberfläche und dadurch entsteht hinter ihnen eine Welle, die groß genug ist, um ein Ruderboot umzukippen oder zu überspülen. Und das Szenario aus der ersten Strategie wiederholt sich: Die Menschen sind im Wasser und werden in die Tiefe gezogen, damit sie ertrinken. Es kommt zu keinem Kampf.
  3. Es sind nicht wirklich Meerjungfrauen, aber im vierten Harry Potter wurden schon einmal die richtigen Waffen gewählt. © Warner Bros. (2005)

    Strategie: Das Schiff ist unter Wasser vor Bohrern geschützt (durch Metallplatten, Magie oder Ähnliches) und zu groß, um durch die Welle überspült oder gekippt zu werden.
    Hier kommen wir zu der interessantesten Strategie. Die Meerjungfrauen müssen auftauchen, um die Menschen anzugreifen. Beim Auftauchen können sie Speere oder ihre Haken werfen. Mit Seilen, die an den Haken und Speeren befestigt sind, ziehen sie die Menschen über Bord. Wenn sie richtig grausam sind, dann befestigen sie am Ende des Seils einfach einen Anker. Dann müssen sie sich noch nicht einmal die Mühe machen und die Menschen in die Tiefe ziehen.

Fernkampf

Abgesehen von den geworfenen Speeren und Haken, die ich schon im Nahkampf erwähnt habe, halte ich einen Fernkampf (im eigentlichen Sinne) für Meerjungfrauen für unsinnig. Der Wasserwiderstand würde jedes Geschoss unmittelbar bremsen und nach wenigen Metern unbrauchbar machen. Da sind Meerjungfrauen dann schnell genug, dass sie keine Fernkampfwaffe brauchen.
Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass der Einsatz von Fernkampfwaffen gegen sie, vollkommen nutzlos wäre, denn die Meerjungfrauen brauchen nur 2 – 3 Meter abzutauchen und die Geschosse der Menschen sind nutzlos. Getroffen werden können sie nur, wenn sie auftauchen müssen, um ihre Speere oder „Angeln“ auszuwerfen.
Um das Leben der Menschen noch schwerer zu machen, können sie außerdem Tintenfisch-Tinte als Rauchbombe benutzen, um auch unter Wasser unentdeckt zu bleiben.

Rüstung

Die Rüstung ist für Meerjungfrauen wahrscheinlich überflüssig, denn wie wir gesehen haben, würden sie sich nicht auf einen „echten“ Kampf einlassen. Auch Schilde, um Geschosse abzuwehren, sind überflüssig (und ohnehin wegen des Wasserwiderstands höchst sinnlos). Außerdem wäre Rüstung wahrscheinlich zu schwer und würde das Meervolk nur nach unten ziehen.
Was ich mir allerdings vorstellen kann, ist eine natürliche Rüstung aus Seepocken oder Schuppen, die auf der Haut der Meerjungfrauen wächst.

Alles in allem sind Meerjungfrauen absolut tödlich und brauchen sich noch nicht einmal mit „Kleinigkeiten“ wie Rüstung aufzuhalten.
Stellt es euch nur in einer Geschichte vor: das Meervolk als eine Art Mafia der Meere. Kein Handel kann ohne ihre Erlaubnis vollzogen werden und die Abgaben sind astronomisch, aber niemand kann etwas dagegen tun, bis die Menchen lernen das Wasser in Brand zu setzen… und schon habe ich ungefähr tausend Geschichten im Kopf 😀

Meine Vision für Meerjungfrauen:

Zeichnung von Leander Aurel Taubner (zu finden auf lat-design.de und leandersfeinelinie.com)

 


Fallen dir noch andere Strategien ein, wie die Meerjungfrauen angreifen könnten? Ich hatte richtig Spaß mit diesem Artikel und ich hoffe, ich konnte euch neue Ideen bringen und inspirieren. 🙂

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