Die Ballade vom Parnitha

Ich ruiniere weiter und mit immer größer werdender Freude bekannte Gedichtsformen. Wie wäre es dieses mit einer Ballade?

Schritt 1: Was ist eine Ballade?

-mehrstrophiges erzählendes Gedicht mit festem Reimschema, das in eine Pointe endet
-Thema: nicht fest, normalerweise „typisch“ mittelalterlich
-denkt, Goethes Zauberlehrling oder Erlkönig

Schritt 2: Alles ignorieren, außer die äußeren Vorgaben.

Viel Spaß beim Lesen.

 

Die Ballade vom Parnitha

 

Es war vor ziemlich langer Zeit,
In einem Land entfernt und weit.
Ich will nun sagen, wo ich war:
Griechenland, Athen und Parnitha.

Der Parnitha ist ein hoher Berg,
Und zu behaupten, er wär‘ ein Zwerg,
Wär nichts anders‘ als ’ne Lüge,
Mit der man Euch bestimmt betrüge.

Beginnen wir am Anfang nun,
Mit der Weihnacht hat’s zu tun.
Die Mutter wollte kochen, schmücken,
Die Kinder sollten nichts entdücken.

Der Vater erklärte sich bereit,
Er sei den Kindern ihr Geleit.
Es war doch so viel Schnee gefallen,
Er lag dicht in hohen Ballen.

Auf dem Berg läg‘ Schnee noch mehr
Und es freut doch Kinder sehr,
Wenn sie können und es wollen,
Durch die weißen Massen tollen.

So fuhren wir hinauf zum Gipfel,
Mit Handschuh, Stiefel, Schal und Zipfel-
Mütze, langer Unterhose,
Bauten Schneemann in jeder Pose.

Die Sonne sank, der Mond strahlt hell,
Zurück nach Hause und zwar schnell.
Doch, ach, wir missten Straße, Pfad,
Und es war deutlich Minus-Grad.

Es war kalt, wir froren arg,
Und es schneite immer stark.
Und die Mutter währenddessen,
Plante schonmal Weihnachtsessen.

Wir irrten weg, mal hier, mal da,
Auf dem Berg, dem Parnitha.
Es wurde Nacht, keiner uns sucht‘,
Ich beinah fiel in eine Schlucht.

Der Schock, die Angst, zu viel für mich,
Der Vater tröstet mich zärtlich.
Trägt mich auf dem Arm und dann
Rennt geradewegs in eine Tann‘.

Zu meiner Furcht und meinen Tränen,
Muss ich in Gefahr mich wähnen,
Denn Blut läuft über sein Gesicht,
Beruhigen tut das sicher nicht.

Die Mutter macht sich keine Sorgen,
Dabei geht es nun gen Morgen,
Sie denkt wir haben Spaß und Spiel
Bangen tut sie sich nicht viel.

Nach Stunden Irren, Wandern, Suchen,
Und einer ganzen Menge Fluchen,
Sind wir, weil es gut Enden muss,
Zurück bei uns’rem grünen Bus.

Die Mutter, stolz auf des Tages Werk,
Verwundert uns’re Ankunft merkt.
Und für sie zum Dank,
Waren Weihnacht alle krank.

 


Dieses Verlaufen auf dem Berg ist zwar schon eine ganze Weile her, aber immer noch ein Favorit meiner Horrorgeschichten, die mir in meinem Leben passiert sind 😀

« Ode

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6 Gedanken zu „Die Ballade vom Parnitha

    1. „Die Bürgschaft“ kenne ich gar nicht! Muss ich mir gleich mal durchlesen! 🙂

      [Edit: Ach, natürlich kenne ich die!!! Die mag ich auch sehr gerne!!]

  1. Muss doch immer wieder schmunzeln beim Erinnern an diese durchaus außergewöhnliche Wanderung.
    Um ehrlich zu sein, 2h später hätte ich einen Helikopter losgeschickt!😉

    1. So hab ich das zwar nicht in Erinnerung (du kamst mir voll entspannt vor, bis wir unsere Stiefel ausgekippt haben), aber ich bin froh, dass Hilfe auf dem Weg gewesen wäre 😛

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