Der einsame Introvert

Der einsame Introvert

Bei lautem Gelächter und langen Gesprächen, wird es mit einem Mal klar,
Dass alles derselben Regel erliegt und nichts ist, wie es vorher Mal war.

Die Regel ist simpel und gleich paradox, es steht uns nicht zu, sie zu werten,
Dass Introvertierte in Gruppen die Einsamsten sind, weil sie es nie anders erlernten.

„Wie kann das denn sein?“ So fragt man sich gleich. „Unter Menschen alleine zu sein?“
Dazu kann ich nur sagen, dass alles ist, stets anders als simpler Schein.

Ist man isoliert, so hat man für sich, eine ganze Welt zu entdecken.
Der eigene Geist und tausende Bücher entführen, zu all den geheimen Ecken.

Doch selbst unter Freunden muss man, und das immerzu, sich wieder und wieder beweisen
Und wenn man nicht kann, belastet das sehr. Jeden Menschen, besonders den Leisen.

Deshalb ist’s so, wie schon vorher gesagt:
Was immer den Introvertierten plagt,
Ist das traurige Wissen
Es niemals zu missen

mit anderen Menschen zu sein.

 


Dieses Gedicht fasst für mich sehr schön zusammen, was es bedeutet introvertiert zu sein.
Konntest du dich mit dem Gedicht identifizieren? Bezeichnest du dich als introvertiert, extrovertiert oder ambiveritiert?

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22 Gedanken zu „Der einsame Introvert

  1. Wow, so schön. <3 Ich würde sagen, ich bin introvertiert mit Ausnahmen. Wenn ich mit den richtigen Leuten zusammen bin, ergeht es mir nicht so wie im Gedicht. Grundsätzlich brauche ich aber immer wieder einen Rückzugsort, weil es mir irgendwann anstrengend wird so viel mit Menschen unterwegs zu sein.

    1. Mir geht es ähnlich. Mit den richtigen Leuten (und das sind nicht viele) kann ich auf sehr lange Zeit zusammen sein, ohne dass ich mich ausgelaugt fühle.

      Nur als Kontext: Dieses Gedicht habe ich an den Weihnachtsfeiertagen geschrieben, als ich einfach vollkommen überfordert war mit so viel Familie auf einem Haufen. 😀 Da brauchte ich einen Rückzugsort und habe direkt mal ein Gedicht darüber geschrieben.

  2. Das ist wirklich ein wunderschönes Gedicht, was ich genau so unterschreiben würde. Gerade unter vielen Unbekannten zu sein (Party etc.) fühle ich mich oft überfordert und ein wenig unwohl und wirke somit wahnsinnig schüchtern. Wenn ich aber unter Leuten bin, die ich mag oder die mir zumindest sympathisch erscheinen, dann kann ich auch mehr aus mir herausgehen.
    Aber wenn ich dann eine Weile unter Menschen war, dann brauche ich definitiv auch mal wieder Zeit für mich. ^^

    Liebste Grüße,
    Levi

  3. Interessantes Gedicht.
    Ich würde mich auch als introvertiert bezeichnen 🙂 Ich habe meist keine Sehnsucht danach unter einer Gruppe von Menschen zu sein und ich mag besonders nicht, diese Art von Gruppenzwang. Wenn alle anfangen zu tanzen und zu singen, wieso in aller Welt sollte ich das auch machen, nur weil ich grad zu gegen bin? Ich bin gerne unter Menschen, solange man mich sein lässt, wie ich bin. Bei jeglicher Art von Druck oder Gleichschaltung, tanze ich aus der Reihe und mache lieber mein eigenes Ding <3
    Die Schulzeit war für mich der Horror damals. Nicht wegen den Menschen an sich. Aber wegen dieser Art von Konformität und Zwang. Ich bin ein kreativer Mensch. Meine Zeit ist zu kostbar, als sie unter Menschen zu verschwenden, die kein Lebensziel haben und nur das tun, was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Ich bin lieber alleine und frei selbst zu bestimmen, wie ich gerade leben will, ob ich gerade laut oder leise sein will, ob ich rede oder schweige oder lieber schreibe ;D

    1. Danke für deinen langen Kommentar! 🙂

      Ich habe auch in sozialen Situationen meinen ganz eigenen Kopf, Gruppenzwang hat noch nie wirklich funktioniert 😀

  4. Sehr schön geschrieben! <3
    Ich selbst bin nur phasenweise introvertiert und dann meistens, weil mir die Menschen vorweg wieder einmal das Gefühl gegeben haben, so, wie ich bin, nicht richtig und wertvoll genug zu sein, um sich mit mir zu beschäftigen. Nun gut, nun habe ich ja auch eine Angststörung und die meisten fühlen sich davon überfordert, aber scheiße fühlt es sich dennoch an. Das sind dann so die Momente, wo ich dann lieber wieder alles mit mir selbst ausmache, meine Gedanken zu was auch immer nur mit mir teile und mir mein Kopfkino anschaue, während die Menschen um mich herum über Thema X quatschen.

    Liebe Grüße,
    Maike

    1. Vielen Dank! 🙂

      Ich bin nur gruppenabhängig introvertiert. Das hängt alles stark von den Leuten ab und ob ich das Gefühl habe, dass ich mich bei denen öffnen kann. Aber gerade wenn ich gestresst bin, bin ich lieber alleine. Das Gedicht ist um Weihnachten entstanden, also kann man sich so ungefähr denken, wie ich mich da gefühlt habe 😉

  5. Ein interessantes Gedicht. Früher hätte ich mich als absolut introvertiert bezeichnet, mittlerweile ist es milder geworden. Mit den richtigen Leuten, den richtigen Rahmen und für wenige Stunden fühle ich auch in Gruppen sehr wohl. Allerdings erfüllt das nur mein Bedürfnis nach Gesellschaft und lädt nicht meine Batterien auf. Deshalb brauch ich viel Zeit für mich, wo ich dann Kraft tanken kann. Dennoch habe ich dieses Jahr entschieden, unter anderen an ganz vielen Litcamps teilzunehmen. Denn Austausch ist mir eben auch wichtig.

    1. Auf jeden Fall! Austausch ist sehr wichtig.
      Ich bin dazu übergegangen, mir meine „Gesellschaft“ (in meiner Freizeit) sehr genau auszusuchen. Dann lade ich zwar auch nicht meine Batterien auf, aber ich habe zumindest sehr viel Spaß dabei! 🙂

      Bist du auch beim Litcamp in Bonn? Da habe ich nämlich schon ein Ticket für 🙂

  6. Hallo Sina!

    Ein wirklich sehr schönes Gedicht, das mich berührt hat. Vor allem dieses sich unter Freunden immer wieder neu beweisen zu müssen kenne ich nur zu gut.
    Ja du ahnst es vermutlich ich gehöre zu den Introvertierten. Seit dem mir das bewusst ist geht es mir viel besser. Ich weiß, dass es in Ordnung ist so wie ich bin und kann nun einige meiner Verhaltensweise besser verstehen bzw. auch Freunden und Familie besser erklären warum ich mich in manchen Situationen so verhalte.
    Einige sehr gute Bücher zu diesem Thema haben mir viel weitergeholfen und mir tolle Übungen gezeigt, wie man an sich arbeiten kann ohne sich dabei zu verbiegen.

    Liebe Grüße
    Sabrina
    #litnetzwerk

    1. Ich hatte immer das Problem, dass in meiner Familie (alle extrovertiert, sowas soll es erstmal geben!) niemand verstanden hat, wieso ich ab und zu meine Ruhe brauche. Mittlerweile haben sie es akzeptiert und ich suche mir meine Freunde und Bekanntschaften sehr genau aus.
      Seit ich das mache, bin ich viel entspannter und glücklicher, weil ich nicht mehr das Gefühl habe, nach dem Maß eines Extrovertierten gemessen zu werden.
      🙂

  7. Wunderschönes Gedicht!

    Ich selbst würde mich auch als introvertriert bezeichnen. Leider hat es viel zu lange gebraucht, bis ich diese Seite an mir akzeptiert habe. Es ist halt so, dass man von klein auf immer gesagt bekommt, dass man nicht schüchtern sein soll, die Lauten sind beliebt, man muss sich mehr im Unterricht beteiligen … Solchen Kram halt. Die Gesellschaft ist darauf ausgelegt den Extrovertierten entgegen zu kommen. Introvertierte sind „verschroben“. Erst seit einiger Zeit kann ich das auch mit meinem Umfeld so kommunizieren, die das auch verstehen. Denn erst seit einigen Jahren habe ich das Gefühl, dass es ein größeres Bewusstsein und ein Verständnis für introvertierte Menschen gibt.

    1. Danke schön!

      Die Welt ist leider ausgelegt auf die Extrovertierten, weil sie diejenigen sind, die sich Gehör verschaffen. Introvertierte bleiben da ein bisschen auf der Strecke. Aber ich habe auch gemerkt, dass die Akzeptanz in den letzten paar Jahren gewachsen ist.
      Das wichtigste ist einfach, dass man sich selbst einschätzen und mit seiner Introvertiertheit umgehen und anderen vermitteln kann. 🙂

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