Weihnachtsgeister

Hier ein „Werk“ aus meinem Literaturkurs ca 2012(?). Wenn ich mich Recht entsinne, dann war die Aufgabe, ein Gedicht zu schreiben (nicht notwendigerweise reimend) mit ausgefallenen Adjektiven …

Viel Spaß beim Lesen.

 

Weihnachtsgeister

Dunstwolkengleich ziehe ich über die Städte.
Drängende Menschenmassen wandeln sich
zu zimtig-samten Gruppen mit glühweinroten Gesichtern.
Das tannengrüne Glitzern der dunklen Wälder
pflanzt sich in eure Augen, unmerklich.
So werdet auch ihr zu Weihnachtsgeistern,
die vom aschegrauen Glockenläuten aufgeschreckt,
meine Botschaft verbreiten.

Ihr seid frei.


Fröhliche Adventszeit! 🙂
[Mit meiner Kurzgeschichte Des Glückes Schmied geht es im neuen Jahr weiter.]

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6 Gedanken zu „Weihnachtsgeister

    1. Uff, ich weiß gar nicht ob ich es düster finde. Es fasst finde ich die Stimmung zu Weihnachten sehr gut zusammen. Die langsam immer größer werdende Freude auf Heiligabend (“Dunstwolkengleich ziehe ich über die Städte.
      Drängende Menschenmassen wandeln sich
      zu zimtig-samten Gruppen mit glühweinroten Gesichtern.
      Das tannengrüne Glitzern der dunklen Wälder
      pflanzt sich in eure Augen, unmerklich.“ daran würde ich das jetzt fest machen. Zumindest löst sina bei mir mit dem Gedicht diese Empfindung aus)
      Aber gleichzeitig werden auch die traurigen Gedanken eben doch immer geweckt (a.k.a letztes Jahr war oma/opa/hund/*generic geliebte person/tier* noch da) (ich mache das mal an aschgraues glockenläuten… fest). Meiner Meinung nach gehört zu einem Fest, was man mit seinen liebsten verbringen möchte auch unweigerlich dazu, dass man sich auchmit dem gegenteiligen beschäftigt, wenn auch nur unterbewusst.
      Aber das ist meine Empfindung und auch meine Begründung, warum ich daa Gedicht nicht wirklich düster finde. Eher ehrlich. Du magst da anders empfinden, aber Hauptsache ist: du hast ne schöne weihnacht!

      1. Das mit dem Gegenteiligen finde ich sehr interessant, an den Verlust habe ich noch gar nicht gedacht, finde es aber sehr passend! Gerade an solchen Feiertagen wird einem Fehlendes besonders präsent!
        Allerdings empfinde ich „dunstwolkengleich“ als eher beengend und bedrückend, also etwas, das über mich herein bricht und ich nicht aufhalten kann. (Passt ja zu Weihnachten, das kommt, ob man will oder nicht) aber ich empfinde die Atmosphäre dadurch eher als bedrohlich. 😀
        Das mit dem Glitzern und so, das ist natürlich klar einer gemütlichen, friedlichen Weihnachtsatmosphäre zuzuordnen, aber dieses Adjektiv am Anfang hat für mich einfach das ganze Gedicht auf die dunkle Seite der Macht gezogen! 😀 vielleicht wirkt es gar so, als wollten sich die Menschen mit ihrer Heimelichkeit gegen die Bedrohung von oben erwehren xD
        Oje, was schreib ich da?!

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