Traumwelten, Kapitel 4

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Im letzten Kapitel hat Roman den Angel Dust genommen und ist in einer seltsamen fremden Welt aufgewacht. Jetzt geht es weiter.

Viel Spaß beim Lesen.

A whole new World

Mit wackeligenBeinen richtete Roman sich auf. Die Kopfschmerzen rückten in den Hintergrund. Plötzliche Klarheit erfüllte ihn.

Das hier war echt.

Das hier hatte nichts mit dem Angel Dust zu tun.

Er fühlte das weiche Gras unter seinen Füßen. Er schloss die Augen und atmete tief ein. Honig und warme Milch. Es war angenehm warm. Eine Brise kitzelte seiner Nase.
In der Ferne donnerte es.
Roman öffnete die Augen. Er war erfüllt von einer tiefen Ruhe, die er bisher noch nie gekannt hatte. Er war in einem fremden Land, in einer fremden Welt und er war glücklich.

Es donnerte erneut.

Roman runzelte verärgert die Stirn.
Wer wagte es seinen Moment zu stören?
Sein Blick schweifte zum Horizont. Er war schief. Das Donnern kam von dort.

»Das sind die Kanonen, mein Herr!«, sagte eine Stimme hinter ihm.

Roman fuhr herum. Vorbei war es mit der inneren Ruhe. Sein Herzschlag schoss in die Höhe. Er hätte schwören können, dass er allein gewesen war!
Vor ihm schwebte eine seltsame kleine Kreatur. Sie sah aus wie eine Fee. Nur eben nicht. Der Kopf war so groß, wie der gesamte Körper und dort, wo die Ohren hätten sein sollen, ragten lange Libellenflügel aus seinem Kopf.

»Verzeiht, mein Herr. Ich vergaß mich vorzustellen.« Die Kreatur vollführte eine elegante Verbeugung in der Luft. »Mein Name ist Lapis Dimpelkriek und ich bin euer Berater.«

»Mein Berater?«, echote Roman etwas dümmlich und versuchte nicht auf Lapis wild flatternde Flügel zu starren.

»Natürlich, mein Herr. Wir haben euch erwartet.«

»… mich erwartet?«

»Mein Herr!«, schalt ihn Lapis mit vorgehaltenem Zeigefinger, »Werdet ihr wohl beginnen, ganze Sätze zu formulieren? Man wird noch denken, die Reise hätte euch den Verstand gekostet!« Erneut donnerten die Kanonen in der Ferne. »Geht es euch gut?«, fragte Lapis besorgt.

»Na… natürlich.« Roman konnte seine Verwirrung nicht verbergen.

»Gut!« Lapis rieb sich die winzigen Hände. »Was sind eure Befehle, mein Herr?«

Roman sah sich um. Außer der kleinen flatternden Fee, war er allein.

»Warum nennt ihr mich ‚mein Herr‘?«, fragte er zögerlich.

»Oh …« Lapis sank mit bedrücktem Gesichtsausdruck etwas tiefer. »Ich hatte gehofft, wir könnten die Formalitäten überspringen.«

Roman schüttelte den Kopf.

»Nun denn!« Lapis klatschte in die Hände. »Ihr seid der Prinz. Der lang verschollene Prinz. Euer teuerster Vater hat sich auf einen diplomatischen Austausch mit dem Nachbarreich eingelassen. Doch er muss etwas falsch gemacht haben, denn nun fallen ihre Truppen ein und euer Vater tut rein gar nichts dagegen.«

Lapis flatterte aufgeregt hin und her.

»Ihr wart lange weg, mein Herr. Warum habt ihr das getan?«

Roman fühlte sich auf einmal sehr überfordert.

»Das … tut mit Leid. Es war nicht meine Absicht«, stammelte er.

»Wir sind euch nicht böse!«, versicherte ihm Lapis, »Nur brauchen wir jetzt eure Hilfe.«

Endlich hatte Roman das Gefühl, Herr der Situation zu werden.
»Aber ich bin nicht aus eurer Welt.«

»Was?«, Lapis flatterte verwirrt auf und ab, »Prinz Roman! Was redet ihr denn da?«

Roman wurde schwindelig.
»Ich muss jetzt gehen. Ich… ich…« Arrrgh. Schon wieder diese Kopfschmerzen. »Ich muss noch Hausaufgaben machen.« Etwas fahrig versuchte er Lapis davonzuwischen.

»Dann lasse ich euch in Ruhe. Bitte kommt bald zurück! Wir brauchen eure Hilfe.«
Lapis schoss nach vorne und biss Roman in den Arm.
Giftige Schmerzen schossen durch seinen Adern, als die spitzen Zähne die Haut durchbrachen. Roman schüttelte das kleine Biest fluchend von sich ab.

∴—∴

Roman schlug die Augen auf.

Sein Mund war trocken. Kopfschmerzen. Er drückte sich beide Daumen auf die Augen. Er tastete nach der Cola und trank in gierigen Schlucken. Sie war lauwarm. Egal.
E
rst als sie leer war, setzte er die Flasche ab.
Das war der seltsamste Trip gewesen, den er je erlebt hatte. ‚Genau wie Gras‘. Von wegen!! Pille würde noch etwas von ihm zu hören bekommen.

Als er die Flasche abstellte, bemerkte er die Bissspuren von kleinen spitzen Zähnen auf seinem Unterarm.


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Ist der Trip real oder nicht? Was meint ihr?

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6 Gedanken zu „Traumwelten, Kapitel 4

  1. Hatte zu lange keine Zeit deinen Blog zu lesen, und endlich komme ich dazu!! Hab’s echt vermisst und offensichtlich zu recht! Super story, du hast mich echt gefesselt! Ich hoffe, dass es nicht nur ein Trip war!

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