Rezension – Scream Run Die

Scream Run Die ist ein Horrorsplatter-Kurzroman von Tanja Hanika, der erst vor wenigen Tagen (Mai 2017) erschienen ist. Tanja war so lieb und hat mir ein Exemplar für eine Rezension zugeschickt. Und ich werde diesem Wunsch überglücklich nachkommen.

Inhalt
Der Teenager Milton überfährt im Regen ein seltsames Wesen, das in seinen Augen nur ein Dämon sein kann. Er und seine Freunde benutzen das Blut dieses Wesens, um eine Geisterbeschwörung durchzuführen. Kurz darauf werden sie von einem Killer gejagt. Nachdem die ersten von ihnen ihren Tod gefunden haben, versuchen die Übrigen den Spieß umzudrehen und machen Jagd auf den Killer.

Handlung
Scream Run Die ist ein Horror-Splatter und kann sich als solcher vor einigen Klischees nicht retten. Trotzdem findet Tanja die Zeit viele dieser Klischees auf den Kopf zu stellen und somit für etwas Überraschung zu sorgen.
Zum Beispiel war ich sehr glücklich darüber, dass (Achtung Mini-Spoiler Anfang) die Cheerleaderin nicht zuerst gestorben ist. Oder dass sich Junge und Mädchen nicht zum Sex von der Gruppe wegschleichen, sondern um … das würde eine lustige Wendung vorwegnehmen, deshalb verrate ich nicht, was die beiden stattdessen tun.
(Mini-Spoiler Ende) Somit folgt das Buch seinem eigenen Tipp:

Werde nicht zum Horrorfilm-Klischee.

Bei der Enthüllung am Ende hätte ich mir, nach der Geisterbeschwörung und dem überfahrenem Dämon, etwas Übernatürlicheres gewünscht.

Sprache
Die Sprache des Romans ist größtenteils schmucklos und direkt, was vor allem den brutalen Szenen zugute kommt, die auf diese Weise noch blutiger wirken, als sie es eh schon sind.
Was mich überrascht hat, waren die erstaunlich humorvollen Textstellen, wie zum Beispiel auf Seite 16 beim Öffnen einer Tür,

Der Sesam öffnete sich.

bei denen ich schmunzeln musste.

Charaktere
Die Charaktere sind größtenteils glaubhaft, wenn auch zeitweise etwas wankelmütig in ihren Entscheidungen. An manchen Stellen reagieren sie etwas anders als erwartet, aber ich habe selbst noch nie erlebt, wie jemand vor meinen Augen brutal ermordet wird, deshalb soll das hier nur eine Notiz am Rande sein.
Die typische »Teenager-Sprache« ist richtig gut getroffen, zumindest wenn ich das mit dem vergleiche, was ich morgens so in der U-Bahn höre.

Sonstiges
Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es immer wieder die Survival-Tipps des Killers. Die Idee ist richtig spannend, aber ich hätte es noch interessanter gefunden, wenn diese Tipps nicht nur für den Leser, sondern auch für die Opfer zugänglich gewesen wären. Das hätte wohl die Möglichkeiten des Kurzromans gesprengt, also ist das nicht weiter schlimm.

Fazit
Scream Run Die ist ein kurzweiliger und beizeiten echt brutaler Kurzroman, der seinem Genre (Horror-Splatter) alle Ehre macht.
Der Roman ist nur 100 Seiten lang, die Geschichte ist also entspannt (hier bezogen auf die Zeit, nicht auf Spannung oder Ekel-Faktor) an einem Abend bei einem Glas Wein zu schaffen.

Wem könnte dieses Buch gefallen?
Fans von Horrorfilmen oder -büchern werden ihren Spaß mit Scream Run Die haben. Neueinsteiger verpassen wahrscheinlich einige Anspielungen auf bestehende Klischees, sollten mit diesem Buch aber einen guten Einblick bekommen, was sie bei einem typischen Horror-Splatter erwartet (sei es nun Buch oder Film).
Aber, um es mit dem Worten des Killers zu sagen:

Vertraue nur dir selbst.


Du willst wissen, wie man eine gute Rezension schreibt? Dann klick hier.

0

2 Gedanken zu „Rezension – Scream Run Die

  1. Hallo Sina,

    ich habe gerade das Buch zuende gelesen und auch rezensiert. Einer der Jugendlichen bekennt sich dazu, das Glas bewegt zu haben (siehe S. 70). Das bleibt also nicht offen… 🙂

    Viele Grüße,
    Jemima

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.