Der einfache Weg Landkarten zu zeichnen – Ungewöhnliches Terrain

Ungewöhnliches Terrain

Jetzt hast du den zeitaufwändigsten Teil hinter dir (Wälder, *kotz*) und bist beim kreativsten (und meinem Lieblingsabschnitt) des Landkartenzeichnens angekommen. Ungewöhnliches Terrain ist nämlich genau das: ungewöhnlich. Und ungewöhnlich macht Spaß und wird deiner Landkarte den letzten Schliff verleihen.

Falls du dir nicht sicher bist, worum es in dieser Serie geht, dann schau doch mal am Anfang vorbei 🙂

Ungewöhnliches Terrain

In diesem Teil werde ich Beispiele zeigen, um Moore, Wüsten, Flachland, Vulkane und komplett ausgedachtes Terrain zu zeichnen.

Moor
Ein Moor ist ein sehr wasserreiches Gebiet mit vielen Tümpeln. Die Flora besteht hauptsächlich aus Gras, kleinem Gebüsch und Rohrkolben.

Wenn ich also ein Moor darstellen will, dann muss ich versuchen diese Bestandteile festzuhalten.

(1) enthält alle Bestandteile, die ich vorhin erwähnt habe: Gras, kleines Gebüsch und Rohrkolben. Die Tümpel sind angedeutetn durch die waagerechten Linien und Punkte.
(2) ist eine etwas minimalistischere Herangehensweise und beinhaltet nur noch das Gebüsch und die waagerechten Linien. Aber alles zwischen diesen beiden Versionen wird als Moor erkannt werden.

Wüste
Was ist das vorherrschendste Merkmal der Wüste? Sand, natürlich.
Es gibt zwar noch andere Arten der Wüste z.B. Salz-, Geröll- oder Eiswüste, aber das Problem bei diesen Wüsten ist: Niemand (außer vielleicht Geographen) weiß intuitiv, wie diese Arten von Wüsten aussehen. Also beschränke dich auf Terrains, die der Allgemeinheit bekannt und leicht zu erkennen sind.
Bei Wüsten bietet es sich also an, bei der Sandwüste zu bleiben.

(1) ist der einfachste Ansatz und besteht einfach nur aus Punkten, die den Sand darstellen sollen.
(2) baut auf (1) auf. Ich habe es erweitert durch Erhöhungen (also Dünen), umgeben von dem normalen Sand. Diese beiden Methoden funktionieren wunderbar.

Solltest du allerdings eine sehr große Wüste haben und deine Landkarte einfach nur aussieht, als hätte sie Windpocken, dann kannst du die Symbole von (3) zum Auflockern dazwischen malen. Palmen, Oasen, Brunnen, Kamele oder Gerippe (und bei ausreichendem artistischen Talent auch Schädel) erhöhen den Erkennungswert.

Edit: Kakteen sind wahrscheinlich das einfachste. Die sind mir aber erst zu spät eingefallen. 😀

Flachland
Das unspektakulärste aller Terrains. Und genauso unspektakulär ist es auch zu zeichnen.

(1) Das ist es auch eigentlich schon. Im Flachland wächst eben nicht viel mehr als Gras.
Wenn dir das zu unspannend ist, dann kannst du deine kreative Freiheit nutzen und wie bei (2) ein paar Hügel hinzufügen. Das spricht zwar streng genommen gegen das F-L-A-C-H-Land, macht das Ganze aber netter anzuschauen.

Vulkane
Vulkane sind im Prinzip nichts anderes als offene qualmende Berge.Und Berge sind nichts anderes als kleine Partyhütchen, das haben wir ja schon gelernt. Deshalb ist es auch relativ einfach Vulkane zu zeichnen.

(1) ist der 08/15 Standard Vulkan.
Aber weil wir ja nicht diskriminieren wollen und Vulkane in allen Größen und Formen akzeptieren, gibt es bei (2) eine schmalere und eine breitere Variante.
Außerdem solltest du dir Gedanken darüber machen, wie aktiv dein Vulkan sein soll (3). Ob erloschen oder ständig qualmend, ist allein deine Entscheidung. Natürlich muss das auf der Karte auch nicht eingezeichnet sein, kann aber einen besonderen Flair schaffen.

Terrain, das es eigentlich nicht gibt
Wenn du also dein eigenes Terrain entwerfen möchtest, gehe vor wie folgt:

  1. überlege dir, was die vorherrschenden geomorphologischen und botanischen Merkmale sind
  2. überlege dir, wie du diese Merkmale abstrahieren und reduzieren kannst
  3. versuche, die Merkmale so einfach wie möglich zu zeichnen

Hier zwei Beispiele:

(1) soll ein höllenähnliches Terrain sein mit Spalten im Boden in deren Tiefe sich Lava befindet (deshalb wird die Spalte auch nach „unten“ hin heller). Um die Hitze zu zeigen habe ich einen kleinen flachen Vulkan hinzugefügt und den restlichen Boden mit Sand bedeckt.
(2) ist ein Wald der in ewigen Nebel gehüllt ist. Um den nebligen Effekt zu erzielen, fängt man mit der hintersten und schwächsten Reihe Bäume an. Dann schichtet man die immer dunkler werdenden Bäume davor. Dabei sollte man die unteren Teile der Bäume anradieren, damit die oberen Teile dunkler erscheienn. Die Baumwipfel würden schließlich aus dem Nebel hervorschauen.

Du siehst: deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Probier es aus!

Ende

Die Serie ist hiermit beendet, denn du hast jetzt die Werkzeuge alle geographischen Besonderheiten zu zeichnen. Zwar fehlt noch ein Beitrag zu Städten, aber da es sich dabei meist auf ein kleines Kästchen mit einem Namen beschränkt, sehe ich keinen Grund da einen extra Beitrag für zu verfassen.

Ich hätte gerne die gesamte Karte einmal abgebildet, aber aufgrund eines kleines Festplatten-Unfalls ist sie mir leider verloren gegangen. :/ Das Ende bleibt also ohne letztes Karten-Update.

 


Was ich aber gerne tun würde: Wenn du eine Landkarte nach meiner Vorlage gezeichnet hast (und bereit bist, sie zu teilen), dann schick sie mir doch über Twitter und ich füge sie gerne in diesen Beitrag ein 🙂

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