Der einfache Weg Landkarten zu zeichnen – Berge und Gebirge

Jetzt hast du den Umriss deines Landes fertig. Damit bist du aber noch lange nicht am Ende angekommen, denn als nächstes musst du dir überlegen, wo in deinem Land Berge und Gebirge sind. Um die einzuzeichnen hast du wieder viele verschiedene Möglichkeiten, die ich hier als nächstes vorstellen werde.

 

Berge und Gebirge

Falls du dir noch nicht sicher bist, wie die Gebirge liegen sollen, kannst du das mit einer ähnlichen Methode ausprobieren, wie im ersten Teil dieser Serie (Küste und Meer). Das bedeutet, du nimmst deine Kürbiskerne (o.ä.) und legst sie in geschwungenen Linien auf deine Karte. [Dieser Schritt kann natürlich auch übersprungen werden, solltest du dir schon sicher sein, wie dein(e) Gebirg(e) verlaufen sollen.]

Ich habe mich für zwei kleinere Gebirgsketten entschieden, weil meine Landkarte nicht besonders groß ist und sie nicht zu voll werden soll, da sie dann an Übersichtlichkeit verliert.

Jetzt der spannende Teil:
Wie kann man Berge auf einer Fantasy-Landkarte malen? Hier sind meine Lieblingsmöglichkeiten:

Die Hütchenmethode

Für (1) musst du nichts anderes tun, als „Hütchen“ in verschiedenen Größen zu malen. Die größten Hütchen sollten dabei mittig sein und nach außen hin sollten die Hütchen kleiner werden. Sehr einfach, sehr schnell.

Bei (2) malst du dieselben Hütchen für die Berge, aber du deutest bei den höchsten Bergen den Schnee an, der sich an den Gipfeln sammeln würde.
(3) ist dasselbe wie (2), nur mit Schatten. Der Schatten sollte dafür auf derselben Seite sein, wie bei der Küste (falls du dort mit Schatten gearbeitet hast).
Für (4) sollen die Berge etwas realistischer aussehen und nicht so sehr nach regelmäßigen Hütchen. Die Strategie bleibt allerdings dieselbe: größte Berge in die Mitte und die kleineren drum herum. Den Schatten habe ich hier sehr unregelmäßig über den ganzen Berg verteilt, um die grobe Struktur des Steins anzudeuten.

Die Vogelperspektive

(1) ist der Methode von Atlanten nachempfunden, die verschiedene Höhenlinien einzeichnen. Für eine Landkarte im Fantasy-Setting wahrscheinlich nicht die beste Methode, aber für eine (pseudo-) wissenschaftliche Landkarte die glaubwürdigste. Um das ganze noch etwas anschaulicher zu machen, kann man die verschiedenen „Ebenen“ zusätzlich mit unterschiedlichen Farben kennzeichnen.
Bei (2) sind die Grenzen der Berge mit gestrichelten Linien angedeutet und die Berggipfel sind durch unregelmäßige „Sterne“ angedeutet. Falls man nur einen Hügel andeuten will, kann man einfach den Gipfel weglassen und es bei der gestrichelten Linie belassen. Diese Methode geht sehr schnell, macht aber optisch nicht sehr viel her.
(3) ist die aufwendigste Methode der Vogelperspektive und eignet sich am besten für lange Gebirgsketten. Man malt die Gipfel ein ähnlich wie bei (2), aber verbindet sie mit einer durchgehenden Linie. Zusätzlich kann man noch Schatten einzeichnen (dabei wieder: Perspektive beachten!).

Der größte Vorteil aller Arten der Vogelperspektive ist, dass die Grenzen der Berge sehr klar definiert sind. Im Gegensatz zu der Hütchenmethode, bei der die „hinteren“ Grenzen der Berge nicht sichtbar sind.

Die Blitzmethode


Die Blitzmethode eignet sich am besten für lange verzweigte Gebirgsketten, die auf der Landkarte von „oben nach unten“ verlaufen. Zuerst (1) muss man die Bergkuppen wie einen Blitz aufmalen (daher auch Blitzmethode), dann fügt man (2) an vorstehenden Kanten die Bergänge hinzu. Im letzten Schritt (3) kann man wahlweise noch Schatten hinzufügen (hier wieder: auf Perspektive achten!).

Jede der drei Methoden werde ich jetzt einmal an unserer gemeinsamen Landkarte demonstrieren (zusammen mit den verschiedenen Möglichkeiten für die Darstellung des Meeres).

Hier kann man deutlich sehen, dass die Hütchenmethode sehr minimalistisch und effektiv Berge darstellt. Gerade wegen dieses Minimalismus kann es aber passieren, dass die Berge in der Landkarte „untergehen“, vor allem wenn im weiteren Verlauf noch Wälder, Seen, Städte und mehr hinzugefügt werden. Man kann dagegen arbeiten, indem man die Linien dicker macht, muss dann aber auf mögliche Details verzichten.

Die Vogelperspektive („Atlanten-methode“) passt offensichtlich nicht sehr gut in den legeren Stil unserer Landkarte. Auch ohne die „Ebenen“ einzufärben kann es schwer fallen, unsere Berge überhaupt als solche zu erkennen. Für eine andere Art von Landkarte kann diese Methode aber trotzdem eine gute Wahl sein.

Bei der Blitzmethode kann man die Bergkuppen herausstechen lassen, indem man sie etwas dicker macht. So weiß das Auge, worauf es achten muss. Schwierig wird es bei kleinen Bergen (s. Insel), die im allgemeinen etwas verloren aussehen.

Jetzt sind Berge und Gebirge fertig. Im nächsten Teil der Serie lernst du Flüsse, Seen und Wälder zu zeichnen.

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