Der einfache Weg Landkarten zu zeichnen – Berge und Gebirge

Berge mit eigezeichneten Linien.

Bei dem letzten Beitrag hast du gelernt, wie du die Küste un das Meer für deine Landkrate malst. (Hier geht es zu der Anleitung zu Küste und Meer, falls du es verpasst haben solltest). Damit bist du aber noch lange nicht am Ende angekommen, denn als nächstes musst du dir überlegen, wo in deinem Land Berge und Gebirge sind. Um die einzuzeichnen, hast du wieder einige verschiedene Möglichkeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und zeitlichem Aufwand.

Berge und Gebirge

Falls du dir noch nicht sicher bist, wie die Gebirge liegen sollen, kannst du einige geschwungene Linien auf deine Landkarte zeichnen und dann schauen, welche Platzierung dir am besten gefällt. Aber Vorsicht: Lass dir noch genug Raum, um später Wälder, Flüsse, Seen, Wüsten und anderes Terrain einzuzeichnen. Schätze deinen Platz auf der Landkarte eher konservativ. Du kannst später immer noch mehr hinzufügen.
Ich habe mich auf unserer Landkarte für eine Gebirgskette an der östlichen Küste der Insel entschieden.

Ich hätte wahrscheinlich Platz für noch ein paar Berge in der süd-westlichen Ecke der Insel, aber die kann ich immer noch hinzufügen, wenn ich am Ende noch ungefüllten Raum übrig haben sollte. Für den Moment lasse ich es bei einer einzelnen Gebirgskette.

Jetzt der spannende Teil:
Wie kann man Berge auf einer Fantasy-Landkarte malen? Hier sind meine 3 Lieblingsmöglichkeiten:

1. Die Hütchenmethode

Der Name ist Programm.
Du musst einfach nur Hütchen in unterschiedlichen Größen malen. Die Größe des Hütchens markiert die Größe des Berges. Dabei solltest du aber im Hinterkopf behalten: Es gibt selten einzelne riesige Berge, die von nichts anderem umgeben sind. Versuche also deine höchsten Berge mit einigen kleineren zu umgeben.
Du kannst schon nach den einfachen Hütchen aufhören, oder wie in Bild 2 noch ein wenig Schnee auf den höchsten Gipfeln andeuten. Solche Details wie Schnee machen deine Landkarte dynamischer und geben dem, der sie anschaut, etwas zum entdecken.
Solltest du dich bei dem Zeichnen der Küste für die Schatten-Methode entschieden haben, solltest du die Schatten durch deine ganze Zeichnung beibehalten. In Bild 3 und 4 siehst du zwei verschiedene Methoden, wie du die Schatten andeuten kannst. hier kommt es auf deinen persnlichen Geschmack an.

Auf deiner Karte müssen die Hütchen nicht aus perfekten geraden Linien bestehen, sondern du kannst sie ein wenig „natürlicher“ und damit unregelmäßiger malen. Außerdem spricht nichts dagegen, die Berge komplett einzufärben, wenn du das auch schon beim Meer gemacht hast. Wie das aussehen kann, siehst du weiter unten bei der fortgesetztzen Landkarte.

Zunächst aber die nächste Methode:

2. Die Vogelperspektive

Die Methode in Bild 1 ist modernen Atlanten nachempfunden, die verschiedene Höhenlinien einzeichnen. Für eine Landkarte im Fantasy-Setting ist es wahrscheinlich nicht die beste Methode, aber für eine (pseudo-)wissenschaftliche Landkarte, die glaubwürdigste. Um das ganze noch ein wenig deutlicher darzustellen, kannst du die unterschiedlichen Ebenen mit entsprechenden Farben (am besten braun/grau bis weiß) kennzeichnen.
In Bild 2 sind die Gipfel der Berge durch unregelmäßige Sterne dargestellt und die Grenzen der Berge mit gestrichelten Linien angedeutet. Optisch macht diese Methode vielleicht nicht viel her, aber im Gegensatz zu der Hütchenmethode kann man genau sehen, wo die Grenzen der Berge sind und es sieht nicht ganz so steril aus, wie Bild 1. Es ist nicht meine liebste Version des Berge-Malens, aber sie tut, was sie soll.
Bild 3 führt die Idee der unregelmäßigen Sterne als Berggipfel noch ein bisschen weiter. Um die Berge noch ein wenig mehr herausstechen zu lassen, musst du nur ein wenig Schatten hinzufügen. (Achte hier darauf, dass du dieselbe Richtung des Schattens wählst, wie bei der Küste, falls du dort auch Schatten gemalt hast.)

Der größte Vorteil aller Arten der Vogelperspektive ist, dass die Grenzen der Berge sehr klar definiert sind und sie unglaublich schnell zu zeichnen ist. Im Gegensatz zu der Hütchenmethode, bei der die „hinteren“ Grenzen der Berge nicht sichtbar sind. Allerdings sind sie optisch nicht unbedingt ansprechend.

3. Die Blitzmethode

Die Blitzmethode eignet sich am besten für lange verzweigte Gebirgsketten, die auf der Landkarte von „Norden nach Süden“ verlaufen und ist, meiner bescheidenen Meinung nach, die schönster der drei Methoden. Zuerst musst du wie in Bild 1 die Bergkuppen als Blitz aufmalen (daher auch Blitzmethode). Dabei ist eine unruhige Hand von Vorteil. Damit deine Berge hinterher natürlich aussehen, sind unregelmäßige Zacken und Winkel gewünscht. Dann fügst du an den „leeren“ Ecken und Kanten die Berghänge mit einem dünneren Stift wie in Bild 2 hinzu. Auch die Berghänge dürfen sich teilen und ein blitzartiges Aussehen bekommen.
Als letztes malst du eine Seite der Berghänge wie in Bild 3 in den Schatten. So kann das Auge leichter unterscheiden, was vorne und hinten liegt und gibt deinen Bergen den letzten Feinschliff.

Auch bei dieser Methode gilt: Es funktioniert auch in Farbe vielleicht sogar noch besser als in schwarz-weiß, denn in Farbe hast du noch die Möglichkeit auf der Licht-Seite kleine „Highlights“ mit einer helleren Farbe hinzuzufügen und das Aussehen eines plastischen Berges auf der Karte sigar noch unterstützen.

Auf der Landkarte

Schauen wir uns an, wie diese Methoden auf einer Landkarte aussehen würden.

Hier kann man deutlich sehen, dass die Hütchenmethode sehr minimalistisch und effektiv Berge darstellt. Gerade wegen dieses Minimalismus kann es aber passieren, dass die Berge in der Landkarte „untergehen“, vor allem wenn im weiteren Verlauf noch Wälder, Seen, Städte und mehr hinzugefügt werden. Man kann dagegen arbeiten, indem man die Linien dicker macht, muss dann aber auf mögliche Details verzichten.

Bei der Blitzmethode kann man die Bergkuppen herausstechen lassen, indem man sie etwas dicker macht. So weiß das Auge, worauf es achten muss. Schwierig wird es bei kleinen Bergen (s. Insel), die im Allgemeinen etwas verloren aussehen.

 


Ich hoffe du hast hier eine Methode gefunden, die zu deiner Landkarte passt und die dir gefällt. Im nächsten Teil der Serie lernst du Flüsse, Seen und Wälder zu zeichnen.

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