Der einfache Weg Landkarten zu zeichnen – Küste und Meer

Eine Landkarte mit Küste und Meer

Du willst eine Landkarte malen für deine Geschichte, für dein Pen&Paper Rollenspiel oder einfach zum Spaß? Aber du bist dir ein bisschen unsicher, weil du nicht weißt, wie du beginnen sollst, und auch nicht wirklich überzeigt bist von deinem zeichnerischen Talent?
Dann habe ich hier die richtige Anleitung für dich. Ich versuche jeden Schritt so einfach und eindeutig zu erklären, wie es nur geht und mit den einfachsten Methoden eine schöne Karte zu zaubern.
Du brauchst nur ein Blatt Papier, einen Bleistift, ein Radiergummi und etwas Zeit.

Der Umriss

Als Erstes musst du die Form deiner Landmassen festgelegen. Das kannst du Frei-Hand machen, aber das kann schwierig sein, wenn du noch keine Erfahrung im Landkarten-Zeichnen hast. Hier eine paar kleine Hilfestellungen: Wenn du auf Papier malst, dann nimm dir ein paar Kürbiskerne, getrocknete Bohnen, Reis, Würfel oder andere kleine Gegenstände, die du zur Hand hast. Verteile sie auf deinem Papier und zeichne die Silhuette nach. So entsteht eine unregelmäßige Küstenlinie, die trotzdem natürlich wirkt.
Wenn du am Computer arbeitest funktinoiert die Kürbiskernmethode offensichtlich nicht, aber du kannst dir Bidler von Küstenlinien aus dem Internet ziehen und sie als Richtlinie benutzen. Such dir nur keine Form aus, die zu leicht zu erkennen ist. Der „italienische Stiefel“ mitten in deiner Fantasy-Landkarte würde doch ein wenig seltsam aussehen.

Wichtig: Dein Land muss (und sollte) nicht gleichmäßig oder „ordentlich“ aussehen. Tatsächlich lassen Unregelmäßigkeiten deine Karte echter aussehen!

Vielleicht kommt am Ende etwas dabei heraus, das in etwa so oder ganz anders aussieht:

Ab jetzt werde ich für jedes weitere Element mehrere Gestaltungsmöglichkeiten vorschlagen. Davon ist keine besser oder schlechter als die andere, sondern es hängt alles von deinem persönlichen Geschmack und Zeitaufwand ab. Trotzdem werde ich versuchen Vor- und Nachteile der einzelnen Designs erläutern.

Die Küste

Die Form der Küste hast du zwar schon mit dem Umriss deiner Landmassen beschlossen, trotzdem bist du an dieser Stelle noch nicht damit fertig. Damit im weiteren Prozess die Küste nicht im Rest deiner Linien untergeht, solltest du sie herausheben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Du kannst den ganzen Umriss dicker machen.
    Den ganzen Umriss dicker zu machen geht deutlich schneller und ist einfacher als die Alternative. Die Küste sticht besser heraus und wenn du später so etwas wie Grenzen mit dünneren Linien hinzufügen möchtest, besteht keine Gefahr, sie mit der Küste zu verwechseln. Auch ohne verschiedene Farben ist der Unterschied groß genug. Der Nachteil:Es gehen einige der Details verloren. Du musst also abwägen, wie wichtig dir die kleinen Besonderheiten an der Küste sind.
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  2. Du kannst einen Schatten an die Küste malen.
    Die Schatten lassen die Landkarte im späteren Verlauf edler aussehen. Dafür kann es für artistisch ungeübten Landkartenzeichner herausfordernd sein, die richtige Perspektive für die Schatten zu finden und beizubehalten. Denn, das sage ich gleich, wenn man zwischendurch die „Schattenseite“ wechselt, kann das echt bescheiden aussehen.
    Wenn man es aber schafft, dann muss ich zugeben, dass es einer meiner Lieblingsteile einer Landkarte ist. Für mich lohnt dich der höhere Zeitaufwand an dieser Stelle hundertmal.
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Mit Schatten.
Mit dickem Umriss.

Hier ein Tipp für das Schattenmalen:

Male ein Viereck auf ein separates Blatt und überlege dir von wo das Licht kommen soll. Für den schönsten Effekt sollte es diagonal auf das Viereck scheinen. Für einen einfacheren Einstieg, kann das Licht auch von Norden, Osten, Süden oder Westen kommen.

Die gegenüberliegende(n) Seite(n) vom Licht, ist folglich im Schatten und muss somit dicker gezeichnet werden. Aber nicht nur die geraden Teile der Landkarte bekommen Schatten, sondern auch alle „Winkel“ dazwischen. (In meiner Zeichnung die dünnen Linien im Viereck)

Jetzt da die Küste fertig ist, ist der erste Grundstein gelegt. Allerdings kann es passieren, dass auf den ersten Blick nicht klar ist, welcher Teil der Karte Land sein soll und welcher das Meer ist.

Das Meer

Auch für das Meer gibt es mehrere Gestaltungsmöglichkeiten. Zuerst musst du dich entscheiden, ob du deine Landkarte in Farbe oder in schwarz-weiß haben möchtest. Der Vorteil an Farbe ist, dass deine Landkarte schnell Gestalt annimmt und dir viel an Arbeit erspart. Außerdem ist es immer schöner, sich ein ein Bild mit Farbe anzuschauen. Sollte deine Karte allerdings in einem Buch erscheinen, rate ich dir, deine Karte in schwarz-weiß zu designen, weil sie in gedruckter Form wahrscheinlich auch „nur“ schwarz-weiß dargestellt werden wird.

Ich habe mir vier Varianten ausgedacht, wie du das Meer darstellen kannst:

  1. In Farbe.
    Hier kannst du zu einem einzigen Blauton greifen oder das Meer in Schattierungen malen. Achte dabei darauf, dass du die Stellen nahe der Küste (dort wo das Wasser flacher ist) in helleren Blautönen malst und die tieferen Stellen in einem dunkleren Blau. So kannst du das Meer sehr einfach visuell ansprechend gestalten.
    Diese Methode ist einfach und schnell.
    (Diese Strategie funktioniert übrigens auch in Grauschattierungen, sieht allerdings nicht ganz so ansprechend aus.)

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  2. Wellen an der Küste andeuten.
    Diese Methode funktioniert am Besten, wenn der größte Teil deiner Küste von Norden nach Süden läuft. Verläuft deine Küste eher von Osten nach Westen hast du wenig zu markieren und das ganze kann ein bisschen seltsam aussehen.
    Ob du deine Wellen sitz zulaufen lässt, wie ich es in dem Beispielbild gemacht habe, oder ob die Linie gleichmäßig dick bleibt, ist dir überlassen.

    Hier probierst du am Besten ein bisschen aus, ob dieser Stil zu deiner Landkarte passt.
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  3. Wellen an der Küste, Version 2.
    Du kannst die Wellen an der Küste aber auch aus der Vogelperspektive andeuten. Dafür musst du den Umriss der Küste mit einem dünnen Stift nachzeichnen. Das erste mal mit einer (fast) durchgehenden Linie, danach können die Linien gebrochener werden.
    Diese Methode ist aber mit Abstand am aufwändigsten und dauert somit am längsten, ist allerdings auch die Schönste, wenn man mich fragt. (Bild unten ↓)
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  4. Das offene Meer.
    Noch eine sehr simple Methode. Male einfach ein paar Wellen auf das offene Meer. Schon bist du fertig.
Das offene Meer
Wellen, Version 2

Man kann diese Methoden aber auch nach Lust und Laune kombinieren. Hier ist Kreativität gefragt. Ein Beispiel:

Zusammenfassung

Zuerst musst du die Form deiner Landmassen erstellen. Das kannst du Frei-Hand oder mit Hilfe von Kürbiskernen (o.ä.) machen. Dann sorgst du davor, dass sich deine Küste von dem Rest deiner Karte abheben wird und dann musst du nur noch das Meer markieren und schon bist du fertig. 🙂

(Das „schon“ ist hier sehr optimistisch. Bei meinen ersten Landkarten hat dieser Schritt alleine ein paar Stunden gedauert.)


Die Form deines Landes ist fertig und auch das Meer und die Inseln sollten angelegt sein. Im nächsten Teil dieser Serie lernst du Berge und Gebirge zu zeichnen.

 

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