Ein Gedicht über ein Stachelschwein

Wie kommt man dazu ein Gedicht über ein Stachelschwein zu schreiben?
Ganz einfach.
Man fragt die Schwester zum ca. 10000-sten mal, worüber man schreiben soll und sie ist verständlicherweise etwas genervt und sagt:

„Mir egal! Schreib ein Gedicht über ein Stachelschwein!“

Und das ist dann daraus geworden:

 

Das Stachelschwein

Es war einmal ein Stachelschwein,
das wollte ohne Stacheln sein.
Es sagt zu seiner Mutter:
Mama, bitte guck her!
Die Stacheln pieken immerzu!
Wenn sie weg wär’n, hätt‘ ich Ruh‘!“

Da ruft die Mutter: „Liebes Kind!
Sei leise und zwar ganz geschwind!
Die Stacheln, die sind Gottes Segen,
er hat sie ja nur uns gegeben!“
Das Kind findet’s sehr zweifelhaft,
dass Gott so etwas Dummes schafft.

Doch weil’s nicht wiedersprechen will,
bleibt es lieber klaglos still.
Und dann in einer dunklen Nacht,
als sein Schlaf nicht mehr bewacht,
steht es auf und geht hinfort
zu einem stachllosen Ort.

Erst trifft es eine Fledermaus:
Kind, was treibt dich denn hier raus?“
Willst du meine Stacheln haben?
Kann ich dann deine Flügel haben?“
Kind, du Kleines, weg von hier!
Flügel kriegst du nicht von mir!“

Die Fledermaus fliegt zornig weg,
das Stachelkind hat einen Schreck.
Es geht weiter, schnell und weit
und zur Sonnenaufgangszeit
schreit ein Hahn so dann und wann,
damit ihn jeder hören kann.

Oh Hahn, du Guter, sag Bescheid,
tauschst du mir dein Federkleid?“
Der Hahn lacht boshaft, laut und schrill,
Ob ich die Federn tauschen will?“
Und die Hennen gackern laut im Chor:
Nicht eine holt er dir hervor!“

Es will schon weiter tief betrübt,
als es eine Stimme rügt,
Der Frosch quakt laut und sehr gemein:
Mit Federn bist du nur ein Schwein!
Und mit Fell wärst du ein Einzeltier,
weit und breit das einz’ge hier!“

Das Kind lässt sich von ihm nicht stör’n,
denn das will es erst Recht nicht hör’n.
Es fragt weiter Fuchs und Rabe,
ob jemand etwas für es habe,
doch weder Heuschrecke und Bär
geben etwas für es her.

So geht es weiter ohne Rast
und fragt, ob jeder Stacheln hasst.
Es fragt es laut, ruft’s in die Welt,
ob man sie für Unsinn hält.
Da seufzt der Igel still und leis:
Ich zahle für sie jeden Preis!

Mein Fell ist nicht mal Fell zu nennen,
Borsten sind nur zu erkennen!
Drum frag ich dich: tauschst du mit mir?
Meine Borsten geb‘ ich dir!“
Das Kind nickt, findet es famos:
Die Borsten sind doch tadellos!“

Seit diesem Tag in uns’ren Landen
sind zwei Tiere neu vorhanden:
Der borstenlose Stacheligel
betrachtet fröhlich sich im Spiegel
und das stachellose Schwein,
das immer wollte anders sein.

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6 Gedanken zu „Ein Gedicht über ein Stachelschwein

    1. Finde ich toll, dass dir das gefällt!! 🙂
      Wenn ihr das dann tatsächlich in der Schule analysiert, stehe ich gerne auch Rede und Antwort!
      LG Sina

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