Die Vögel und der Tod

Ein kleines Märchen gewünscht von meiner Schwester. Was würdest du sagen, was die Moral ist? Ich bin mir nämlich nicht sicher. 😀

Viel Spaß beim Lesen.

Die Vögel und der Tod

Als der erste Vogel auf dem Acker landete war niemand besorgt.
Dann landete der zweite und noch immer sorgte sich niemand um sie. Nur eine Woche später verdunkelte sich der Himmel von ihren Körpern.
Sie zogen über das Land und fraßen die Ernte. Hunger kam über das Land. Es gab nichts zu essen.

Krankheit kam. Zuerst fielen die Schwachen. Dann die Kinder. Dann die Alten. So lange bis selbst die Starken und Reichen nur noch dünn und kraftlos waren. Und immer noch saßen die Vögel auf den Feldern und warteten darauf, dass nur der kleinste Keimling seinen Kopf zeigte.

Doch dann hatten die Menschen genug.

Eines Tages trat einer von ihnen auf das Feld. »Tod«, murmelte er und die Vögel in seiner Näher flatterten kurz auf, bevor sie sich wieder auf dem Boden niederließen.
»Tod«, wiederholte er etwas lauter.

Die Vögel flatterten erneut auf.

»Tod!«

Das Geflatter von Flügeln. Weitere Menschen versammelten sich um den Mann, der zuerst den Tod gerufen hatte. Sie fielen ein in seine Schreie.
Und bald erschallten im ganzen Land derselbe Ruf.

»TOD!«

Für ihre Dreistigkeit nahm der Tod den Vögeln ihr Leben und den Menschen die Stimmen. Doch es kamen immer mehr Vögel.

»TOD!«

Die Vögel fanden keinen Platz mehr zum Ruhen. Keinen zum Essen.
Und die Menschen riefen weiter bis die Vögel erschöpft aus der Luft fielen und tot auf dem Boden aufschlugen.
Und als der letzte Mensch seine Stimme verloren hatte, gab es keine Vögel mehr.

0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.