Nummer 12, Kapitel 6: Ordnung

Mit diesem Kapitel endet meine Kurzgeschichte über das Mädchen namens Nummer 12. Eine tragische Geschichte, wenn ich das als Autor so sagen darf. Aber auch eine Geschichte voller Hoffnung und ungebrochenem Willen. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. 🙂

Viel Spaß beim Lesen.

 

Kapitel 6: Ordnung

Nummer 11 schlug die Augen auf. Das Licht ging an.

Aufstehen.

Nummer 11 stand auf. Weiße Kleidung, weiße Schuhe. Wie jeden Morgen. Wie immer.
In einer Reihe verließen sie den Raum. Vor ihr war Nummer 10 hinter ihr war Nummer 13.
Sie erreichten den Speisesaal und stellten sich an der Schlange zur Essensausgabe hinten an. Niemand drängelte, niemand redete.
Schüssel. Grauer Brei. Sie setzte sich links neben Nummer 10 an eine der Bänke. Der Löffel lag schon bereit.

Löffel heben.

Nummer 11 gehorchte.

Essen.

Nummer 11 gehorchte.
Dann ging es zur Arbeit. Mittagspause. Arbeit. Alles hatte seine Ordnung.

Stopp.

Nummer 11 gehorchte.

Arbeit beenden.

Nummer 11 gehorchte. Sie folgte Nummer 10.
Sie schritten durch die großen Tore der Fabrik. Sie traten auf die Straße.
Rechts, links, rechts, links, rechts, links. Die Straßen waren gefüllt mit Menschen. Alle in weiß. Nummer 11 ordnete sich ein. Niemand drängelte, niemand redete. Alles hatte seine Ordnung.
Rechts, links, rechts, links, rechts, links. Den Kopf gesenkt.
Nummer 10 betrat das Schlafgebäude. Nummer 11 folgte ihr.
Niemand redete.
Sie betraten ihren Raum, zogen sich aus und legten sich in die Betten. Die Lichter gingen aus.

Schlafen.

Nummer 11 gehorchte. Alles war wieder in Ordnung seit Nummer 12 weg war.


Du hast den Anfang verpasst? Keine Sorge, hier geht es zurück zum ersten Kapitel: Ordnung

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